Am Bahnhof dreht sich alles um die Chilbi

Der neue Bahnhofplatz in Wädenswil macht den Chilbi-Aufbau noch heikler, als er sonst schon ist. Der Chilbichef bekommt aber jedes Problem in den Griff.

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Seit Tagen schon sind die Schausteller und Marktfahrer daran, die Chilbi im Zentrum von Wädenswil aufzubauen. Die grössten Fahrgeschäfte - wie die Bahnen im Chilbijargon heissen - stehen am Donnerstagnachmittag bereits. Platzmeister Dieter Weber hat aber immer noch alle Hände voll zu tun. Sein Handy klingelt ständig. Ob er Redbull verkaufen darf, will ein Marktfahrer wissen. Für einen anderen organisiert er die heikle Überquerung der Bahngeleise zum Seeplatz.

Vor dem Optikergeschäft am Bahnhofplatz muss Weber ein kniffliges Manöver koordinieren. Die Stadt hat dort im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofplatzes eine kleine Rabatte gebaut, um die Kurzzeitparkplätze zu begrenzen. Diese Rabatte steht jetzt im Weg. Weber überlegt, ob man die Holzlatten um die Rabatte entfernen muss, damit dort das Pferderennen wie schon die Jahre zuvor Platz hat. Der Chilbichef nimmt den Meter zur Hand, schreitet die erforderliche Länge ab und gibt sein O.K. Die Lücke sei gross genug für den Stand, befindet er.

Falschparker behindert Aufbau

Nur ist dummerweise über Mittag, als alle beim Essen waren, ein Autofahrer trotz Fahrverbot in die Chilbizone gefahren und hat sein Fahrzeug dort parkiert, wo das Pferderennen hinsollte. Aber auch dieses Hindernis wird gemeistert. Der Lenker schafft es schliesslich, die Pferderennbahn am Auto vorbei neben die neue Rabatte zu zirkeln. «Wir lösen alle Probleme», sagt Georges Hoffmann, der Stellvertreter von Platzmeister Dieter Weber. Die Schausteller seien eben Profis. Die Holzlatten müssen schliesslich doch noch weg, dafür hat es neben der Rennbahn Platz für ein «Beizli».

Am Donnerstag spitze sich alles zu, sagt Platzmeister Dieter Weber. Alle wollten ihr Geschäft oder ihren Stand bis zum Abend installiert haben. Der Freitag sei nämlich der traditionelle freie Tag der Schausteller und Marktfahrer, bevor am Samstagnachmittag die Chilbi beginne.

Dieter Weber ist zum ersten Mal Platzmeister. Er löste Alfons Nauer ab. Der Aufbau der Chilbi ist Weber aber nicht neu. Seit zehn Jahren stellt er schon die Pläne für die Chilbi her. Und Georges Hoffmann ist fast neben der Chilbi Wädenswil aufgewachsen, wie er festhält. Deshalb habe er schon als Kind Schausteller kennen gelernt. Unterstützt werden die beiden von Roger Luchsinger, der neu in die Chilbikommission aufgenommen worden ist.

Wieder Neuheiten

Rund 110 Marktfahrer haben einen der begehrten Plätze an der Chilbi ergattert. 35 Schausteller erhielten den Zuschlag für ihr Fahrgeschäft. Die Nachfrage nach einem Standplatz sei aber um ein Mehrfaches grösser, sagt der Platzmeister. Neu an der Chilbi sind dieses Jahr der «Tower» und das «Tollhaus» auf der Bergseite der Bahngeleise sowie «Batman» auf dem Seeplatz. Bei der Vergabe der Standplätze achtet die Chilbikommission auf einen guten Mix. Fünf Kebabstände nebeneinander - das gehe natürlich nicht, hält Weber fest.

Die Chilbi, an der Tausende von Besuchern und Besucherinnen erwartet werden, erstreckt sich auf ein Gebiet von 30'000 Quadratmetern. Die Chilbi in Wädenswil ist zwar die grösste am See, aber sie wächst nicht weiter. Deshalb sei sie bei den Betreibern der Fahrgeschäfte auch so beliebt, sagt Hoffmann. So müssten sie den Kuchen nicht mit immer mehr Konkurrenten teilen. Die Chilbi dauert von Samstag bis Montag. Bereits heute verkehren die Busse über die Engelstrasse zum Bahnhofplatz. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.08.2008, 07:51 Uhr

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