An der Volksmetzgete goss es wie aus Kübeln

Das erste Rennen der Züri-Metzgete am Sonntagmorgen verlangte von den Fahrerinnen und Fahrern Überwindung: Der Start um acht Uhr erfolgte bei strömendem Regen.

Verregneter Start zur Volksmetzgete morgens um acht Uhr im Start- und Zielgelände in Buchs.

Verregneter Start zur Volksmetzgete morgens um acht Uhr im Start- und Zielgelände in Buchs. Bild: Yvon Baumann

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Das Wetter will nicht so richtig mitspielen an diesem Sonntagmorgen. Der Himmel war gestern an der 95. Austragung der Züri-Metzgete grau verhangen, und es regnete es in Strömen. Das hat ein deutsche Ehepaar aus Chemnitz jedoch nicht davon abgehalten, knapp 700 Kilometer unter vier Räder zu nehmen, um auf zwei Rädern an der EKZ Züri-Metzgete teilzunehmen. «Ich habe zwar schon gehofft, dass in der Schweiz besseres Wetter ist als bei uns», sagt der Hobbyfahrer Hansjörg Renner. «Bei diesem Wetter muss ich halt etwas vorsichtiger und langsamer fahren als bei schönem», so der Deutsche. Angst vor einem Sturz habe er aber nicht, im Gegensatz zu seiner Frau Heike: «Ich habe immer Angst, wenn er auf dem Fahrrad sitzt, ganz besonders bei diesem Wetter.» Heike Renner fährt das Rennen nicht mit, sie ist «nur» zur Unterstützung mitgekommen.

Auch Bettina Atzgerstorfer aus Stadel lässt sich wegen des starken Regens nicht die Lust aufs Rennen nehmen. «Ich bin es gewohnt, dass es an der Züri-Metzgete regnet», sagt sie und lacht. Die 39-Jährige bestreitet bereits zum dritten Mal die Züri-Metzgete. Auch sie werde heute besonders vorsichtig die Kurven und Abfahrten in Angriff nehmen. Angst machen ihr vor allem die ungeübten Hobbyfahrer: «Für mich sind die grösste Gefahr jene Velofahrer, die sich nicht gewohnt sind, im Regen zu fahren.» Sagts und macht sich davon, um eine Aufwärmrunde zu radeln. Das sei nötig, denn sonst würden die Oberschenkel schon beim ersten Anstieg übersäuern.

Froh, dass das Rennen zu Ende ist

Im Laufe der Jahrzehnte hat die Züri-Metzgete mehrfach ihre Route geändert. Nun findet das Traditionsrennen wieder auf der Originalstrecke im Unterland statt. Knapp 1000 Radrennfahrerinnen und -fahrer nehmen an der Züri-Metzgete 2008 teil. Gefahren wird in acht Kategorien. Der Jüngste im Feld der Volksmetzgete ist 16, der Älteste fast 80 Jahre alt. Das Rennen kann entweder über eine Distanz von 52 Kilometern oder 104 Kilometern gefahren werden. Der deutsche Hansjörg Renner hat sich für die lange Strecke entschieden, Bettina Atzgerstorfer für die kurze. Der Startschuss erfolgt um acht Uhr. Angefeuert werden die Fahrerinnen und Fahrer der Volksmetzgete von knapp 200 Zuschauern, die bei strömenden Regen im Startraum stehen. «Das Wetter soll besser werden und der Regen nachlassen», versucht die Speakerin, Fahrerinnen, Fahrer und Publikum zu besänftigen, was bei den meisten aber nur ein müdes Lächeln bewirkt. Nach knapp eineinhalb Stunden treffen bereits die ersten Fahrer wieder im Ziel ein. Klitschnass und durchfroren. «Das werde ich mir nie mehr antun», sagt Jachen Bass, der extra für die Züri-Metzgete aus dem Engadin angereist ist. Sein Kollege Günther Kahlbacher sagt: «Bei diesem Wetter macht es keinen Spass.» Roger Loeliger aus Oberglatt ist froh, dass der ganze Spuk zu Ende ist. Die nassen Strassen werden denn auch einigen Fahrern zum Verhängnis: Sie sind ausgerutscht und gestürzt. Laut der Veranstalterin EKZ sind aber keine schwereren Unfälle passiert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.09.2008, 20:34 Uhr

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