Auch ohne Schönwetter guter Badi-Sommer

Der Sommer ist für die Badis im Bezirk Horgen sind zufriedenstellend verlaufen. Obwohl es keine lange Schönwetterperiode gab, kamen fast überall mehr Besucher als letztes Jahr.

Das Thalwiler Seebad Bürger 1 hat seit einer Woche zu. Bademeister Walter Bodmer sammelt die Utensilien ein.

Das Thalwiler Seebad Bürger 1 hat seit einer Woche zu. Bademeister Walter Bodmer sammelt die Utensilien ein. Bild: Flurin Bertschinger

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Der Herbst hat sich gestern mit einem eher nassen und ganz grauen Tag angekündigt. Doch noch nicht alle Badeanstalten im Bezirk schliessen ihre Tore in diesen Tagen. Das Sportbad Käpfnach mit dem auf 25 Grad aufgeheizten Schwimmbecken im See begrüsst seine Gäste noch bis zum 30. September. Die Wassertemperatur des Sees ist momentan auch noch nicht allzu tief: Gestern vermeldeten die Strandbäder noch 21 Grad.

Sogar bis zum 5. Oktober lässt Badmeister Renaldo Senn seine Besucherinnen und Besucher in sein Strandbad Richterswil. «Ist das Wetter über diesen Termin hinaus noch schön, werde ich die Badi auch noch länger offenhalten», sagt er. Senn ist mit der Badesaison 2008 bis jetzt sehr zufrieden – ein Vergleich mit dem Hitzesommer von 2003 dürfe so oder so nie machen. «Jeder normale Sommer hat etwa 50 Schönwettertage, das war auch dieses Jahr nicht anders.»

Sportschwimmer kommen immer

Auch von Horgen sind positive Stimmen zu hören: Die Einnahmen des Sportbads Käpfnach würden etwas über dem Vorjahr liegen. Laut Liegenschaftsverwalter Martin Ammann liegt das daran, dass sich dort vor allem die Jugendlichen und Sportschwimmer treffen. Letztere kaufen bereits Anfang Saison ein Abo. Die Schimmer kommen auch bei schlechter Witterung in die Badi. Nicht zuletzt haben sie ja auch das geheizte Schwimmbecken zur Verfügung.

Etwas weniger Besucher verzeichnete dagegen das Seebad Seerose, das bereits seit Ende August zu ist: Das Familienbad schliesst bei schlechter Witterung, weil es dann auch kaum Besucher hat. Im Winter wird die Seerose nun saniert: Es erhält neue Einrichtungen. So werden bei den Kabinen zum Beispiel WC und Duschgelegenheiten erstellt. Die Kleinen dürfen sich speziell auf die kommende Saison freuen: Der Kinderbereich wird laut Ammann neu angelegt. Zur Eröffnung im Frühsommer will die Badi dann ein Fest veranstalten.

Ähnliche Stimmen wie aus Richterswil sind in Oberrieden und in Kilchberg zu vernehmen: Die Besucherzahlen sind zufriedenstellend. «Die Saison war eigentlich gar nicht so schlecht», sagt der Kilchberger Gemeindeschreiber Bernhard Bürgisser. Und Bademeister Jürg Haab sagt: «Es war ein ruhiger Sommer, da wir nie an einem Stück 14 Tage lang schönes Wetter hatten.» Das Strandbad Kilchberg hatte in den letzten Tagen immer noch recht viel Besucher. Haab führt dies auf das geheizte 20-Meter-Becken zurück. Er schliesst seine Badi am 21. September.

Jugendliche haben etwas bewegt

Ebenfalls am Bettag hat das Strandbad Oberrieden zu letzten Mal geöffnet. Laut Bademeisterin Barbara Bischof ist die Saison von den Gästen her durchzogen verlaufen. «An den Wochenenden hatten wir oft nicht schönes Wetter.» Immerhin profitiert sie immer noch vom Sieg beim Test der Freibäder des Tages-Anzeigers vor drei Jahren: «Damals besuchten uns viele neue Leute und wollten unser Bad testen. Von diesen Besuchern sind heute einige Stammgäste.»

Die Besucherzahlen in den beiden Wädenswiler Badis liegen laut Stadrat Philipp Kutter (CVP) im Rahmen der Erwartungen. Aussergewöhnlich war in dieser Saison, dass vier Jugendliche mit der Unterschriftensammlung «Pimp my Strandbad» neue Wassersportgeräte verlangten. Die Stadt habe mit den Jugendlichen gesprochen und prüft nun, ob sie die finanziellen Möglichkeiten hat, alle Geräte auf kommende Saison anzuschaffen Sonst müssten sie in zwei Tranchen ins Budget aufgenommen werden. Das Strandbad Rietliau und die Bretterbadi sind bei schönem Wetter noch bis zum 21. September geöffnet.

In Thalwil spricht die Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde, Heidi Egli, von einer durchschnittlichen Saison mit einigen sehr guten Tagen. Die drei Bäder der Gemeinde sind alle bereits seit dem 7. September geschlossen.

Das einzige Freibad ohne Seeanstoss im Bezirk, das Frei- und Hallenbad Adliswil, kann gegenüber dem Vorjahr etwas mehr Besucherinnen und Besucher ausweisen als im Vorjahr, sagt Betriebsleiter Roland Wullschläger. Das Bad sei vor allem als Alternative zu den Seebadis bei Familien sehr beliebt, die teilweise von weit her zum Baden anreisen. Das Freibad schliesst morgen Sonntag.

Eine richtige Badistimmung sei in diesem Jahr aber kaum aufgekommen, sagt Wullschläger und fasst damit zusammen, was viele Bademeister auch gesagt haben. Der Grund: Es gab nie eine längere Periode, in denen das Wetter schön und heiss war. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.09.2008, 20:49 Uhr

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