Bauarbeiten halten Kunden vom Einkaufen ab

Wegen des Baus der Glattalbahn haben einige Geschäfte in Dübendorf massiv weniger Parkplätze. Der Umsatz ist dadurch deutlich zurückgegangen. Noch geben die Betroffenen nicht auf.

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Mitte Juli sind an der Ringstrasse die Baumaschinen aufgefahren. Seitdem müssen die Anstösser mit Lärm und Dreck – und teilweise ohne Parkplätze leben. Denn wo es früher entlang der Strasse grosszügige Abstellflächen für Autos gab, fährt ab Dezember 2010 die Glatttalbahn durch. Das Trassee ist im Richtplan eingetragen und befindet sich auf öffentlichem Grund, die Parkplätze waren gemäss dem Dübendorfer Tiefbauvorstand Rolf Güttinger (EVP) also «nur geduldet». Laut den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG), die für das Projekt Glattalbahn verantwortlich sind, seien die Besitzer der Liegenschaften und damit auch die Mieter immer über die laufende Planung informiert worden.

«Wir wussten ja, was auf uns zukommt», bestätigt Lumimart-Chef Bruno Veit. Lumimart gehört zu den Verlierern in der Industrie Hochbord, hat das Lampengeschäft doch sämtliche Kundenparkplätze vor dem Haus eingebüsst; neben der Liegenschaft gibt es nur wenige Möglichkeiten zum Parkieren. Dazu kommen Container und Baumaschinen, die die Sicht auf den Laden versperren. «Nun kämpfen wir mit Umsatzeinbussen», sagt Veit. Wie gravierend die sind, könne er noch nicht sagen. Noch sei allerdings keine Rede davon, die Filiale zu schliessen. Man werde die Entwicklung aber im Auge behalten und gegebenenfalls eine Standortbestimmung durchführen.

Mitarbeiter müssen weiter laufen

«Wir stehen mit der Bauleitung in Kontakt, das Verständnis für unsere Situation ist da», sagt Veit. Nach anfänglichen Schwierigkeiten seien nun die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass die Kunden wenigstens zu Fuss einigermassen ungestört zum Geschäft gelangen könnten. Dass die Glattalbahn und damit der verbesserte Anschluss an den öffentlichen Verkehr auch Vorteile mit sich bringen könnte, glaubt Veit nicht. «Wir kennen unsere Kunden, die kommen mit dem Auto», sagt der Lumimart-Chef. «Wer geht schon gerne mit einer Stehlampe ins Tram?» Er lasse sich aber gerne positiv überraschen, hält Veit fest.

Auch beim benachbarten Carpetland kann man die Umsatzeinbusse durch den Bau der Glattalbahn noch nicht in konkrete Zahlen fassen. «Eines steht aber fest: Der Verlust tut uns weh, uns ist richtiggehend zum Weinen zumute», sagt Josef Kündig, Leiter von Carpetland Schweiz. Auch der Teppichgrosshändler hat sämtliche Parkplätze vor dem Gewerbehaus verloren und leidet unter der schlechten Sicht auf das Schaufenster. Um den Kunden dennoch einige Abstellplätze fürs Auto bieten zu können, wurden die Parkplätze der Mitarbeiter, die sich unmittelbar neben dem Geschäft an einer Querstrasse befinden, kurzerhand in Kundenparkplätze umfunktioniert. Für die Mitarbeiter wurden einige weiter entfernte Parkplätze dazugemietet.

Gleich neben den neuen Kundenparkplätzen gibt es nun einen improvisierten zweiten Eingang, der durchs Lager ins Geschäft führt. «Das hat sich mittlerweile herumgesprochen, die Kundenfrequenz zieht langsam wieder an», freut sich Kündig. Die Filiale an einen anderen Standort zu verlegen, ziehe man derzeit nicht in Betracht. Denn Kündig hält es für möglich, dass der Umsatz wieder anzieht, wenn die Bauarbeiten erst einmal beendet sind – und das schön gestaltete Trassee zum Promenieren einlädt. «Sicher aber werden auch in Zukunft die meisten unserer Kunden mit dem Auto kommen.»

In der gleichen Liegenschaft befindet sich das Möbelhaus Natuzzi, das ebenfalls auf die Parkplätze entlang der Ringstrasse angewiesen war. Bei Natuzzi wollte man zur aktuellen Situation keine Stellung nehmen. Keine Zukunft hat die unbediente Avia-Tankstelle, die der Glattalbahn im Weg ist und abgerissen wird. Und auch die in die Jahre gekommene Waschstrasse und die Autowerkstatt auf dem gleichen Grundstück müssen weichen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.09.2008, 20:05 Uhr

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