Bekiffter flüchtete vor der Polizei

Kurz bevor der junge Kilchberger eine Gefängnisstrafe antreten musste, geriet er bekifft in eine Polizeikontrolle. Aus Angst vor den Konsequenzen trat er aufs Gaspedal.

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Am 11. Oktober 2007 hatte der junge Mann aus Kilchberg seinen letzten Arbeitstag hinter sich. Gleichzeitig war es für ihn einer der letzten Tage in Freiheit. Der Mann stand kurz davor, eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten anzutreten. Am 1. Juli 2005 hatte er beim Horgner Bergweiher mit seinem Sturmgewehr auf die Wohnwagen von Fahrenden geschossen.

Rasante Flucht

Am Vormittag des 11. Oktober 2007 war der 22-Jährige von Rüschlikon in Richtung Langnau unterwegs. Während der Fahrt rauchte er einen Joint. Bei der Einmündung der Brandstrasse in die Gattikerstrasse führte die Gemeindepolizei Thalwil eine Verkehrskontrolle durch. Der Gemeindepolizist versuchte, den Mann per Handzeichen anzuhalten. Dieser missachtete die Anweisung und beschleunigte stattdessen sein Auto. Was folgte, war eine Verfolgungsjagd. Sie führte via Gattikerstrasse in die Sihlstrasse Richtung Adliswil, dann auf die Höflistrasse gegen Langnau. Der Mann war ausserorts mit 140 km/h unterwegs, statt der erlaubten 80 km/h. Die rasante Flucht kam in der Nähe der Sihlwaldstrasse in Langnau zu einem Zwischenstopp, als der Mann die Herrschaft über sein Fahrzeug verlor. Das Auto geriet ins Schleudern und stiess mit einem anderen Fahrzeug zusammen. Trotz eines platten Reifens flüchtete der Mann aber weiter an seinen Wohnort, wo er schliesslich geschnappt wurde.

Angst wegen Strafe auf Bewährung

Am Mittwoch musste er sich wegen verschiedener grober Verkehrsdelikte vor dem Bezirksgericht in Horgen verantworten. «Als ich die Polizeikontrolle sah, bekam ich es mit der Angst zu tun, weil ich doch eine Strafe auf Bewährung habe», sagte der 22-Jährige. Deshalb sei es zu der Kurzschlussreaktion gekommen.

Das Gericht stufte das Verhalten des Angeklagten als «völlig unnötig und unsinnig» ein. Es verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 210 Tagessätzen à 30 Franken und einer Busse von 1000 Franken. Damit lag es zwischen den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Von einer Freiheitsstrafe sah das Bezirksgericht ab. Die 18 Monate, die der Mann wegen seiner Schüsse auf die Wohnwagen von Fahrenden derzeit verbüsst, werden beim Verurteilten aus Sicht des Gerichts einen bleibenden Eindruck hinterlassen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.09.2008, 08:25 Uhr

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