Bienenschwarm besetzt Kinderzimmer

Ein Bienenschwarm hat ein Haus an der Stadlerstrasse in Weiach zu seinem Heim erkoren. Für die Besitzer wurde dadurch ein Zimmer unbewohnbar.

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«Es hat ständig gesummt», er­zählt Ursula Limi. Ab und zu flogen die Bienen durch das Zimmer, immer wieder lagen tote Tiere auf dem Boden. Es ging schliess­lich so weit, dass die getäferten Wände und die Fenster vom Bienenhonig klebrig wurden. «Das Zimmer war nicht mehr be­wohnbar », so Limi. Die Gefahr, gestochen zu werden, wurde ausserdem immer grös­ser. Der Bienenschwarm hatte sich durch ein kleines Loch neben einem Riegel an der Aussenwand Zugang zum Zimmer verschafft. Dort fühlte er sich offensicht­lich sehr wohl.

Ursula Limi und ihr Mann, beide pen­sioniert, wohnen in einem schmucken Rie­gelhaus an der Stadlerstrasse in Weiach. Die vier Kinder sind längst ausgeflogen. Eines der ehemaligen Kinderzimmer wird aber immer mal wieder von Enkeln und anderen Gästen bewohnt. Unterdessen ist das wieder möglich. Dielen, Decken- und Wandverkleidung mussten rausgerissen werden. Die Renovation ist fast abge­schlossen.

Zum zweiten Mal eingeflogen

«Schon im vergangenen Jahr ist eine rie­sige Traube von Bienen an der Hausecke gelandet», erinnert sich Limi. Danach sah man die Tiere nur noch einzeln ein- und ausfliegen. Diesen Frühling wiederholte sich das Spektakel. «Mein Mann und ich waren zu dieser Zeit gerade in den Ferien, aber unsere Tochter hat uns gesagt, dass der Schwarm wieder da sei.» Rausholen liess sich dieser nicht mehr. Die Königin hatte sich nämlich bereits bestens instal­liert. «Ich habe überallhin angerufen, um mich beraten zu lassen», sagt Limi.

Am Schluss half nur noch der Schäd­lingsbekämpfer. Dieser spritzte ein Bie­nen- und Wespengift. «Daraufhin sind viele Bienen gestorben oder auf die Strasse hinausgeflogen. Wir musste sogar vorbeigehende Kinder vor ihnen warnen.» Eine grosse Zahl der fleissigen Tierchen überlebte allerdings.

«Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir das Problem anders hätten lösen können, aber es wurde immer schwieriger.» Ein Weiacher Schreiner sägte schliesslich ein gut ein Quadratmeter grosses Loch in den Dielenboden und öffnete ihn. Was dabei ans Tageslicht kam, erstaunte und er­schreckte Ursula Limi zugleich: «Die Bie­nen hatten an jeder Diele ganz wunder­bare Waben gemacht.» Diese sind unter­dessen entsorgt worden. Die Bretter liegen noch beim Schopf. Waben sind daran je­doch keine mehr zu finden. Das Loch an der Aussenwand ist provisorisch zuge­klebt worden, bis der Fachmann es defini­tiv dicht macht. Und im neu renovierten Kinderzimmer tummeln sich die beiden Enkelinnen, die derzeit bei den Limis zu Besuch sind. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.08.2008, 18:35 Uhr

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