«Bis zur Mister-Schweiz-Wahl wird an mir noch etwas geschliffen»

Der Horgner Steven Huber (24) ist überwältigt von den Reaktionen, die er als Mister Zürich erhält. Den Titel hat er am Samstag errungen.

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Wie sind Sie als schönster Zürcher in die neue Woche gestartet?
Phänomenal. Das Feedback, das ich auf den Titel erhalten habe, ist unbeschreiblich.

Zum Beispiel?
Reaktionen aus dem ganzen Freundeskreis und von Leuten, von denen ich schon lange nichts mehr gehört habe. Aber auch meine Eltern und Geschwister wurden von ihren Kollegen mit SMS und E-Mails überhäuft.

Wie war der Sonntagmorgen, als Sie aufgewacht sind und wussten: Ich bin der schönste Zürihegel?
Richtig kapiert hatte ich das noch nicht. Nach der Wahl wurde mir ein Blumenstrauss überreicht und gesagt: Du hasts geschafft, du bist Mister Zürich. Zuerst machte sich bei mir eine Leere breit. Ich war nur noch am Zittern und Schwitzen. Danach waren alle noch in einem Klub, um fünf Uhr kam ich ins Bett. Geschlafen habe ich aber kaum.

Haben Sie sich selber für die Wahl angemeldet?
Ja. Ich hatte am Radio einen Aufruf gehört und mich am selben Tag gemeldet. Ich dachte, dass mir das Spass machen könnte. Mit dieser Einstellung bin ich ans Casting gegangen.

Sie waren sich aber bewusst, dass Sie dem Ideal der Schönheit entsprechen, die für eine solche Wahl gesucht wird?
Was ist Schönheit? Für mich ist etwas schön, für jemand andern nicht. Ich war zum Beispiel nicht glücklich mit den Fotos, die von mir veröffentlicht worden sind – andere Kandidaten kamen viel besser herüber.

Sei wussten aber schon vor der Wahl, dass Sie schön sind?
Dass ich nicht «de Gruusigscht» bin schon. Aber ich betrachte mich nicht als den Schönsten und Besten.

Wann wurde Ihnen Ihr spezielles Aussehen bewusst?
Ich wurde des öfteren darauf angesprochen. Es gab Leute, die sagten, ich sollte es bei einer Schönheitswahl probieren, auch mein Charakter passe dazu.

Sie haben das KV gemacht, eine Primarlehrerausbildung begonnen, arbeiten heute als Handwerker bei einer Firma, die Wasserschäden behebt, und führen mit Ihrer Mutter ein Brockenhaus in Thalwil. Ist die Teilnahme an der Wahl teil der Suche nach einem eigenen Weg?
Es ist ein gewisses Spiel, bei dem ich mir Fragen stelle: Welche Möglichkeiten kommen auf mich zu? Wer hat Interesse an mir? Was interessiert mich? Ist es die Moderation? Der Laufsteg? Ich lasse mich überraschen und geniesse den Moment.

Ist der Titel des Mister Schweiz nun Ihr Ziel?
Jetzt natürlich umso mehr. Ich nehme automatisch daran Teil.

Müssen Sie dazu trainieren?
An mir wird sicher noch ein wenig geschliffen. Eine erste Gentleman-Schulung hatte ich. Ein Personalcoach, den die Mister-Zürich-Organisation zur Verfügung stellt, berät mich.

Was mussten Sie auf die Mister-Zürich-Wahl hin verbessern?
Das Gehen. Ich fühlte mich unsicher, da ich noch nie in der Öffentlichkeit aufgetreten bin, und das hat man mir angesehen. Andere wussten bereits, wie sie sich hinstellen mussten und wo die Hände hingehörten.

Wie bewahren Sie sich Ihre Schönheit im Hinblick aufs Alter?
Nie mit dem Sport aufhören. Er ist Ausgleich zum Alltag, man kann auch mal die Sau rauslassen. Das ist etwas vom Wichtigsten.

In welcher Sportart lassen Sie die Sau raus?
Im Handball. Ich spielte in Horgen, in Thalwil, in Muri, in Wädenswil. Diese Saison spiele ich in der 3. Liga in Horgen. Zudem bin ich Eishockey-Schiedsrichter.

Ihr Vorname ist Steven, Ihre Gesichtszüge lassen vermuten, dass sie nicht nur Schweizer Wurzeln haben.
Steven passt nicht wirklich zum Bünzli-Namen Huber, da habe Sie recht. Als meine Mutter mit mir schwanger war, spielte einer in ihrer Lieblingssendung mit, der Steven hiess. Wahrscheinlich war das in der Serie «Dallas». Und darum habe ich den Namen. Viele meinen zudem, ich hätte spanisches oder italienisches Blut in mir, was aber nicht so ist.

Sie sind aus Horgen, Miguel San Juan lebt auch dort. Warum hat es im Bezirkshauptort so viele schöne Männer?
Was, der wohnt auch hier? Den muss ich kennen lernen, er kann mir sicher ein paar Tipps geben.

Als Dank für seine Wahl lädt Steven Huber alle, die ihm zur Wahl verholfen haben, am Freitagabend zu einem Spaghetti-Plausch ins Restaurant Schützehuus Au ein. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.10.2008, 21:59 Uhr

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