Brutstorch wurde zu Tode gebissen

Im Naturschutzgebiet Lutiker Ried wurde am Samstag ein Storch gerissen. Wahrscheinlich biss ein Hund das Tier zu Tode.

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Max Zumbühl ist frustriert. Der Storchenbetreuer des ornithologischen Vereins Hombrechtikon hat einen seiner fruchtbarsten Brutstörche im Gebiet verloren. Noch am letzten Freitagabend beobachtete der Hombrechtiker das Tier - es weilte in seinem Horst - mit dem Fernglas. Zumbühl las dessen Ringnummer ab, es war die 4517, und machte einen Eintrag in das Beobachtungsprotokoll. Am nächsten Morgen kam der Anruf mit der schmerzlichen Nachricht: Ein Spaziergänger hatte den Storch tot im Lutiker Ried aufgefunden.

«Das ist eine Katastrophe», sagt Zumbühl. Denn das Tier sei nicht etwa altersbedingt gestorben. Er ist sich sicher, dass ein Hund den Storch gerissen hat. Der Kadaver weise grosse Bisswunden auf, ausgerissene Federn zeugten von einem Kampf. Fuchs und Marder - zwei mögliche Jäger - schliesst Zumbühl aus: Ein Fuchs hätte den Kadaver in seinen Bau geschleift, ein Marder nur das Blut ausgesaugt.

Das Lutiker Ried ist ein Naturschutzgebiet, zahlreiche Schilder weisen Hundebesitzer auf die absolute Leinenpflicht hin. «Etwa ein Drittel aller Hündeler schert sich nicht darum», sagt Zumbühl, «die lassen ihre Hunde frei laufen.» Doch könne er nichts dagegen unternehmen, ausser die Hundehalter zu mahnen. «Bussen verteilen darf nur die Gemeinde - und die hat Wichtigeres zu tun.»

Bereits fünf tote Störche gefunden

Storch 4517 war bereits 16-jährig und brachte pro Jahr bis zu drei Küken zur Welt, wie aus Zumbühls Protokoll hervorgeht. Das Tier war somit sehr reproduktiv, denn im Durchschnitt gibt es in der Region nicht einmal ein Küken pro Storch und Jahr. Genistet hatte Storch 4517 bereits mehrere Male in Hombrechtikon, Oetwil, Ottenbach und im Zürcher Zoo. Letztes Jahr war er in Oetwil schon einmal verletzt gefunden worden. Er konnte wieder ausfliegen, nachdem er gepflegt worden war.

Dieses Jahr sind in Hombrechtikon und Oetwil schon fünf Störche gestorben, während es im Vorjahr keinen Todesfall gab. Im Oetwiler Ortsteil Eichbühl fand man gar einen Kadaver mit einer Schusswunde am Kopf. Wie es mit den Störchen und Hunden im Lutiker Ried weitergehen soll, weiss Zumbühl nicht. Eine Anzeige gegen unbekannt nütze wohl kaum etwas. Der Vorfall ereignete sich in einer speziellen Zeit für die Störche: Einige werden wohl in den nächsten Tagen gegen Süden ziehen, sobald es Wetter und Thermik zulassen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.08.2008, 09:48 Uhr

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