Damit die Fontäne künftig schöner sprüht

Dank Esther Eberhart soll der Richterswiler Springbrunnen höher und schöner spritzen. In ihrer Semesterarbeit untersucht sie die alte Düse der Fontäne und will sie weiterentwickeln.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Esther Eberhart kauerte im Fontänenhaus des Richterswiler Springbrunnens, neben ihr schossen 180 Liter Wasser pro Sekunde 80 Meter in den Himmel. Das Rauschen war ohrenbetäubend. Das Interesse Eberharts galt der alten Gusseisendüse: Wie könnte sie verbessert werden, damit die Silhouette der Fontäne kompakter wird und der Strahl mit weniger Wasser höher in den Himmel schiesst?

Die Bernerin Esther Eberhart (22) studiert an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im fünften Semester Maschinenbau. In ihrer Semesterarbeit, die sie Mitte Januar 2009 einreichen wird, untersucht sie die Düse und den Zufluss der Fontäne. Ziel der Arbeit ist, eine verbesserte Düse zu entwickeln und herzustellen.

Letzte Woche fuhr Eberhart erneut nach Richterswil. Am Mittwoch schraubte sie mit Hilfe eines Mitarbeiters der Gas- und Wasserversorgung Richterswil die 90 Zentimeter grosse und einige Kilogramm schwere Düse der Fontäne ab. Zusammen haben sie das rund 130 Jahre alte Gusseisenteil genau vermessen.

Professor Kurt Heiniger, Leiter des Instituts für Thermo- und Fluid-Engineering an der FHNW, betreut Esther Eberharts Arbeit. Das Originalstück sei doch sehr einfach gebaut, sagt Heiniger «Es geht darum, einen möglichst kompakten und möglichst wenig zerstäubenden Strahl zu erzeugen.» Damit könnte man auch eine grössere Höhe erzielen.

Vom Jet-d'Eau-Planer profitieren

Esther Eberhart sagt, es gebe nur sehr wenig Literatur zu Springbrunnen. Professor Sandor Palffy, Heinigers Vorgänger in Windisch, habe sich intensiv mit Springbrunnen beschäftigt, er hat die neue Düse des Jet d'Eau in Genf mitentwickelt. Eberhart wird versuchen, mit ihm zu sprechen, um von seinem Wissen zu profitieren.

Eberhart wird mit Hilfe von komplexen Computersimulationsprogrammen die Strömung des Wassers bei der Fontänen-Düse berechnen und analysieren. Dann könne man bereits ziemlich genaue Aussagen zum jetzigen Strahl machen und auch das Verbesserungspotenzial abschätzen, meint Eberhart. Sie gibt sich optimistisch: Die heutige Düse sei ein altes Teil aus Gusseisen – «da sind sicher Verbesserungen möglich».

Erstellt: 14.10.2008, 22:04 Uhr

Abo

Weekend-Abo

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Blogs

Outdoor Ich bin ein Egoist

Sweet Home Neue Wohnideen ganz simpel

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Beliebtestes Verkehrsmittel: Ein Nordkoreaner schiebt sein Fahrrad über den Kim-ll-Sung-Platz in Pyongyang. (24.Juli 2017)
(Bild: AP Photo/Wong Maye-E) Mehr...