Der Dorfladen in Obermeilen bleibt als Volg erhalten

Nun ist es definitiv: Die Landi mittlerer Zürichsee übernimmt ab nächsten Februar den Spar in Obermeilen. Treue Kunden sind darüber geteilter Meinung.

Die Angestellte der Spar-Filiale wird bald für den Volg arbeiten, für die Kunden ändert sich abgesehen vom Erscheinungsbild des Ladens nicht viel.

Die Angestellte der Spar-Filiale wird bald für den Volg arbeiten, für die Kunden ändert sich abgesehen vom Erscheinungsbild des Ladens nicht viel. Bild: Michael Trost

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Viele kritische Stimmen meldeten sich an der ausserordentlichen Generalversammlung der Landi mittlerer Zürichsee am Montag zu Wort. Es sei schwierig, in der heutigen Zeit einen Laden gewinnbringend zu führen. Zudem stelle eine Übernahme ein hohes finanzielles Risiko dar. Die Genossenschafter diskutierten zwei lange Stunden. Dann fiel der Entscheid mit einer Dreiviertelmehrheit: Die Spar-Filiale an der Seidengasse in Obermeilen wird ab Februar 2009 als Volg weitergeführt.

Zuerst habe er daran gezweifelt, dass der Vorschlag angenommen werde, sagt Kurt Müntener, Geschäftsführer der Landi mittlerer Zürichsee. Viele seien zu Beginn skeptisch gewesen. «Dann haben sich aber auch einige positiv dazu geäussert.» Er persönlich freue sich über den Entscheid, denn es sei wichtig, dass der Laden weitergeführt werde. «Für die Bewohner des Quartiers, die Familien und die alten Leute ist es ein sozialer Treffpunkt, der nicht fehlen darf», sagt Müntener.

Für die Kunden ändert sich kaum etwas. Sie werden weiterhin von den gleichen Angestellten bedient. Müntener will das Personal übernehmen: «Sie sind ein wichtiges Bindeglied zu unseren Kunden.» Ausserdem legt er Wert darauf, dass die Arbeitsplätze gesichert werden.

Veralteter Laden wird umgebaut

Auch das Sortiment bleibt ungefähr dasselbe. Der Volg arbeitet aber stark mit regionalen Produzenten zusammen und wird auch versuchen, die örtliche Bäckerei und Metzgerei als Lieferanten zu gewinnen. Über die Öffnungszeiten sei noch nichts entschieden, der Volg werde aber mindestens so lange geöffnet sein wie der Spar, sagt Müntener. Allerdings müssen sich die Käufer an ein neues Erscheinungsbild gewöhnen: Der Laden wird komplett umgebaut. «Alles ist sehr veraltet, beispielsweise die Kühlanlagen und die Regale. Wir wollen einen sauberen Auftritt und einen strahlenden Laden.»

Denis Gantenbein aus Meilen geht oft in den Spar einkaufen, weil er gerade um die Ecke wohnt. Dem 42-Jährigen ist es egal, dass er bald in einem Volg einkaufen muss: «Hauptsache es steht ein Laden da. Ich gehe nicht gerne ins Dorf einkaufen, weil es da so hektisch ist.» Bedauern äussert dagegen Margrit Baumann. «Ich kaufe oft im Spar ein, weil er ein gutes Sortiment hat.» Die 56-jährige Meilemerin weiss noch nicht, ob sie auch in den Volg einkaufen gehen wird. «Trotzdem fände ich es schade, wenn es an der Seidengasse keinen Laden mehr gäbe.»

Der Spar muss seine Tore schliessen, weil ihn Filialleiter Samuel Spörri aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterführen will, wie die Pressestelle von Spar auf Anfrage sagte. Spörri selbst war zu einer Stellungsnahme nicht bereit. Die Landi mittlerer Zürichsee hofft aber, dass er den Spar noch bis im Dezember geöffnet hält. Sicher ist, dass der ganze Januar für den Umbau benötigt und der neue Volg Anfang Februar eröffnet wird.

Von anderen Volg-Läden profitieren

Müntener ist sich der Schwierigkeiten bewusst, die einige Genossenschafter an der Versammlung erwähnt haben. Und er weiss auch, dass die Landi mittlerer Zürichsee mit einer Landi und drei Volg-Filialen in Meilen gut vertreten ist. Im ganzen Bezirk ist es der neunte Laden.

«Wir haben aber eine Situationsanalyse gemacht und sind zuversichtlich, dass die Weiterführung des Ladens erfolgreich umgesetzt werden kann», sagt Müntener. Sie würden von den Synergien mit den anderen Läden profitieren, indem sie die Gemeinkosten mit einer zusätzlichen Filiale teilen könnten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.08.2008, 23:52 Uhr

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