Der Hund war gar nicht in Hombrechtikon

Der bissige Hombrechtiker Hund sei am Montag ohne den verordneten Maulkorb gesehen worden. «Unmöglich», heisst es beim kantonalen Veterinäramt.

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Wegen der Beissattacke eines Schäferhunds herrschte in den letzten Tagen eine hitzige Stimmung unter Hombrechtiker Hundebesitzern. Auch Einwohner ohne Haustier hatte die Aggressivität des Hundes verunsichert. Doch die Wogen glätteten sich dank der Maulkorb- und Leinenpflicht, die das kantonale Veterinäramt (Veta) als Sofortmassnahme für den Hund verordnete. Am Montag jedoch zog der Sturm der Empörung erneut auf: Laut einer Informantin des «Tages-Anzeigers» sichtete eine Anwohnerin den Schäferhund gestern in Hombrechtikon - ohne Maulkorb.

Sie meldete dies umgehend der Gemeinde, welche die Angaben an das Veta weiterleitete. Dieses führte noch am selben Tag eine unangemeldete Kontrolle vor Ort durch. Bei weiteren Abklärungen zeigte sich aber, dass der Hund zum genannten Zeitpunkt nachweisbar - und auch einige Tage zuvor und danach - ausserhalb des Kantons Zürich untergebracht war. Es müsse sich beim gemeldeten Hund somit um ein anderes Tier handeln, schreibt Ruth Baumgartner vom Veta in einer Mitteilung. Dies bestätigt auch die Gemeinde Hombrechtikon. Er habe gestern morgen alle Hände voll zu tun gehabt, um entrüstete Bürger zu beruhigen, sagt Gemeindeschreiber Jürgen Sulger.

Keine regelmässigen Kontrollen

In der Mitteilung des Veta beschreibt Baumgartner auch, wie das Amt die Einhaltung der beschlossenen Sofortmassnahmen prüft. So kontrolliert die Gemeinde erst, wenn Drittpersonen eine Meldung bei der Gemeinde, der Polizei oder dem Veta einreichen. Statt einer regelmässigen Kontrolle muss also zuerst eine Verletzung der auferlegten Pflichten geschehen, bis die Gemeinde eingreift. Obwohl das Tier bereits zweimal getötet hat.

Die neu entflammte Aufregung zeigt, dass die Hombrechtiker Bevölkerung die Beissattacke noch nicht verdaut hat. So reagieren die Anwohner momentan sensibel, wenn sie etwa einen Schäferhund ohne Maulkorb im Quartier der fraglichen Hundebesitzerin herumspazieren sehen - denn für einen Laien sind die Tiere fast nicht voneinander zu unterscheiden. Das Resultat: Vermeintliche Sichtungen und sogar Forderungen, den Hund einzuschläfern. Die besagte Anwohnerin etwa, die den Hund ohne Maulkorb gesehen haben will, war sich auch bei erneuter Anfrage ihrer Beobachtung sicher.

Dem Schäferhund noch nie begegnet

Unter Hundebesitzern ist eine erhöhte Furcht vor Schäferhunden spürbar. «Meine Angst vor Hunden dieser Rasse ist gewachsen», sagt etwa Ria Eugster, die jeden Tag mit ihrem Hund in Hombrechtikon spazieren geht. Trotzdem ist die Stimmung unter den Hündelern gut. Auch nach mehreren Gesprächen lässt sich niemand finden, der dem besagten Schäferhund im Dorf jemals begegnet ist. «Ich habe keine Angst vor dem täglichen Spaziergang», sagt eine weitere Hundebesitzerin, «ich sorge mich mehr um mein Ansehen als Hundehalterin.» Immer wenn es einen Zwischenfall gebe, werde man mit fehlbaren Besitzern in einen Topf geworfen.

Die Hündeler nehmen es also locker. Was mit dem Schäferhund geschehen soll, gibt das Veta laut Kantonstierärztin Regula Vogel bis Ende Monat bekannt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.08.2008, 07:26 Uhr

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