Der nächtliche Spuk in Hombrechtikon ist vorbei

Die Hombrechtiker Nachtbuben sind gefasst. Es sind Jugendliche aus der Region, die mit Waffen Unfug getrieben haben.

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Die Horrorfilmszenen auf den Strassen Hombrechtikons haben ein Ende. Die Kantonspolizei Zürich hat einen 19-jährigen Schweizer ermittelt, der zusammen mit Kollegen nächtens mit Waffen unterwegs gewesen war, wie sie gestern Mittwoch berichtete.

Die Polizei hatte gemäss dem Communiqué spätabends am 21. August eine Meldung erhalten, ein Mann sei soeben mit einem Gewehr über die Hombrechtiker Rütistrasse geschritten. Eine Patrouille fand den Waffenträger. Sie kontrollierte diesen sowie sein Auto und fand im Kofferraum drei Gewehre sowie fünf Pistolen. Gemäss Polizeisprecher Hans Leuenberger handelt es sich bei den Gewehren um Maschinenpistolen. Alle acht Waffen sind aus Plastik.

Die Polizei befragte den Mann und wies ihn auf die Rechtslage hin. Daraufhin gab der 19-jährige zu, zusammen mit Kollegen, die alle in der Region wohnen, nächtens «gespielt» zu haben. Sie seien sich nicht bewusst gewesen, andere Menschen in Angst und Schrecken versetzt zu haben. Der Jugendliche gab seine Waffen gegen eine Verzichtserklärung ab.

Kein Einzelfall

«Ich gehe davon aus, dass es nun keine solchen Szenen mehr geben wird in Hombrechtikon», sagt Polizeisprecher Leuenberger. Derartige Vorkommnisse seien der Kantonspolizei mehrmals gemeldet worden. Öffentlich geworden war die Angelegenheit nach einem Vorfall vom 9. August. Als ein Auto mit vier Personen an Bord um Mitternacht von der Oetwiler- in die Rütistrasse eingebogen war, erblickten dessen Insassen zwei vermummte und bewaffnete Gestalten. Diese warteten scheinbar am Fussgängerstreifen.

Nachdem das Fahrzeug angehalten hatte, querten die beiden dunklen Gestalten die Strasse nicht. Vielmehr blieben sie regungslos stehen und hielten die Köpfe weiter gesenkt. Als die Fahrerin deshalb wieder aufs Gas trat, richteten die beiden Figuren wie in Zeitlupe die Gewehre auf das Auto. Die Fahrerin legte daraufhin voll Schrecken den Rückwärtsgang ein und fuhr davon. Die Männer folgten dem Auto ein Stück weit. Die von den Fahrzeuginsassen alarmierte Kantonspolizei rückte wegen des Falles aus, konnte damals der zwei unbekannten Männer aber noch nicht habhaft werden.

Gemäss Polizeisprecher Leuenberger wird vermutlich gegen die nun ertappten Jugendlichen aus der Region nicht weiter ermittelt, da bisher keine Anzeige erstattet worden ist.

Gemeindepräsident erleichtert

Max Baur, der Gemeindepräsident von Hombrechtikon, reagierte auf Anfrage erleichtert auf die Meldung, die Nachtbuben seien gefasst: «Ich rechne damit und hoffe sehr, das die Sache nun abgeschlossen ist.» Er sei beruhigt, weil es sich nur um Spielzeugwaffen gehandelt habe. «Und ich bin froh, dass die Polizei den Jugendlichen klargemacht hat, dass es sich nicht um einen Lausbubenstreich gehandelt hatte», sagte Baur. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.09.2008, 22:11 Uhr

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