Der neue Ort bietet Komfort

Die neuen Räume des Rettungsdienstes Horgen sind farbig und auf dem neusten Stand.

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Barbara Mohler kniet in ihrer rot-gelben Arbeitshose mit Pager, Funk und Handy am Gurt in einem der vier neuen Pikettzimmer und schraubt mit ihrer Kollegin ein Gestell zusammen. Nebenan in der Stube montieren die Fernsehfachleute einen Flachbildschirm, ein IT-Spezialist versucht im Arbeitszimmer das Computernetzwerk zum Laufen zu bringen. Mohler ist ausgebildete Rettungssanitäterin und verantwortlich für die Inneneinrichtung im neuen Stützpunkt des Rettungsdienstes neben dem Spital Zimmerberg in Horgen. Sie hat gestern Freitag, dem zweiten Zügeltag des Rettungsdienstes, alle Hände voll zu tun. Wohnlicher als am alten Ort im reformierten Kirchgemeindehaus sollte es werden. Das war ihre Devise. Bunte Wände, ein Bild, Tisch und Bett im Pikettzimmer, ein bequemes, abwaschbares Sofa und eben ein grosser Fernseher. «Schliesslich arbeiten wir hier Tag und Nacht, 365 Tage.»

Mehr Platz, mehr Intimität

Doch der grosse Unterschied zum alten Stützpunkt im Kirchgemeindehaus ist die Fläche, die dreimal grösser ist und dem Rettungsdienst neue Arbeitsbedingungen eröffnet. Statt wie bisher müssen sich die Pikettdienst Leistenden nicht mehr ein Schlafzimmer, eine Garderobe und Dusche teilen. «Wir sind zwar keine zimperlichen Frauen», sagt Mohler, «aber gerade wenn man so nahe aufeinander arbeitet, wünscht man sich eine gewisse Privatsphäre.» Als der Beruf des Rettungssanitäters noch eine reine Männerdomäne war und Frauen Exoten, sei dieser Wunsch nicht sonderlich angebracht gewesen.

Aber heute habe sich das Berufsbild stark gewandelt. Dem 17-köpfigen Team von Rettungssanitätern und Transporthelfern gehören mittlerweile sechs Frauen an. So stehen dem Team im Erdgeschoss an der Seestrasse 80 hinter dicken Panzertüren Garderoben und Duschen, die nach Geschlechtern getrennt sind, zur Verfügung – beide in warmem Gelb gestrichen. «Jetzt kann ich meinem Team endlich ein angemessenes Arbeitsumfeld bieten», sagt der Leiter Jaap Goedhart, der eben von einem Einsatz zurückkehrt.

Auch rein organisatorisch bringt der neue Ort viele Vorteile. Der Notarzt ist näher. Zudem kann der Einsatzwagen direkt auf die Seestrasse einbiegen und muss nicht mehr durch die engen Gassen des Horgner Dorfkerns zirkeln. «Da können wir neben dem Blaulicht von Anfang an auch das Horn einschalten, was wir am alten Ort aus Rücksicht auf die Bevölkerung nicht gemacht haben», sagt Rettungssanitäter Roger Bergamin. Er demontiert im Kirchgemeindehaus die letzten Möbel. Zudem können die Fahrzeuge, wie an den meisten anderen Stützpunkten, rückwärts in die Garage geparkt werden, was am alten Ort wegen eines Vorsprungs nicht möglich war. «So können wir schneller hinausfahren und sind somit auch schneller am Einsatzort.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.10.2008, 08:58 Uhr

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