Die Direktorin schlüpft in einen weissen Ärztekittel

Die Zumikerin Sabina Schneebeli ist die zurzeit begehrteste Film- und Fernsehdarstellerin der Schweiz. Morgen startet ihre neue Serie «Tag und Nacht».

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Was haben «Die Direktorin», der Kinofilm «Das Geheimnis von Murk» und die neue Schweizer Arztserie «Tag und Nacht» gemeinsam? Im Mittelpunkt dieser Streifen steht die Zumikerin Sabina Schneebeli, der es als Darstellerin immer wieder gelingt, mit ihrer charismatischen Ausstrahlung und ihrem jugendlichen Charme die Zuschauer im Kino und am Fernsehen in ihren Bann zu ziehen.

Obwohl Schneebeli zurzeit mitten in den Dreharbeiten für die neue Serie «Tag und Nacht» steckt, fand die 45-Jährige die Zeit, dem «Tages-Anzeiger» Rede und Antwort zu stehen. Nicht bei sich zu Hause in ihrer Wohnung in Zumikon – ihr Privatleben ist ihr heilig –, aber ganz in der Nähe: im sportlichen Ambiente des Zumiker Tennisklubs.

Es ist 10 Uhr morgens. Vier Frauen spielen ein Doppel und schreien sich gegenseitig an. «Keine Angst, wir streiten nicht!», ruft die eine über die Absperrung hinweg. Das sehe nur so aus und sei ganz normal bei ihnen, sagt die andere. Fasziniert beobachtet der Schreibende die verbissen geführte Hausfrauenschlacht und verpasst deswegen die Ankunft von Sabina Schneebeli. Das strahlende Lächeln der prominenten Darstellerin lässt alle Peinlichkeit rasch vergessen. Übergross und dominant wirkt sie auf Bildschirm und Leinwand, im wahren Leben überrascht die Schauspielerin mit ihrer zierlichen Erscheinung.

Zumikon – der ideale Wohnort

Selber versuche sie sich nur ganz selten im Tennisspielen. «Eigentlich kann ichs kaum. Aber wenn ich Zeit habe, komme ich gerne her und schaue meinen Jungs beim Spielen zu. Danach essen wir im Klub eine Pizza.» Der Klub sei einer der Orte in Zumikon, wo sie einen Grossteil ihrer momentan knapp bemessenen Freizeit verbringe. «Ich bin ein Landei und geniesse die freie Natur», sagt sie. So gesehen, sei Zumikon der ideale Wohnort für sie.

Seit neun Jahren lebt Sabina Schneebeli mit ihrer Familie in Zumikon. Ihre beiden Söhne Tim (17) und Luca (13) besuchten hier die Primarschule – mittlerweile sind beide im Gymi. Sie fühlt sich gut integriert in der Gemeinde und hat hier ein paar schöne Freundschaften geschlossen. Natürlich werde sie auf der Strasse erkannt; die Leute seien aber sehr diskret, was sie zu schätzen wisse. «Eigentlich ist mein Prominentenstatus gar kein Thema hier.» Irgendwie gelinge es ihr immer, Familien- und Berufsleben unter einen Hut zu bringen, denn ihre Engagements als Schauspielerin sind zeitlich begrenzt. Intensive Wochen wechseln sich mit Zeiten der Musse ab. Diese abrupten Wechsel von einer Realität in die andere liebt sie. Es bedinge einfach eine gute Organisation. Für die Söhne sei dieses Leben Alltag. «Die interessiert das gar nicht mehr», sagt Schneebeli.

Zurzeit erlebt sie ein Hoch an Popularität. «Wichtig ist, dass man mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt», betont Schneebeli. Prominent zu sein, sei für sie nicht die Motivation, um in ihrem Beruf zu bestehen. Um als Schweizerin voranzukommen, müsse man den Schritt nach Deutschland wagen, so wie sie es vor Jahren selber auch tat. Es sei jedenfalls nicht so, dass sich bei ihr zu Hause die Drehbücher und Filmangebote stapeln würden. Dafür sei die Schweizer Filmszene einfach zu klein.

Der Aufwand für die neue Serie des Schweizer Fernsehens ist enorm. Um sieben Uhr morgens verlässt Schneebeli ihre Wohnung, um acht Uhr abends ist sie wieder daheim. Zwölf Minuten einer Folge werden täglich abgedreht. Und das seit April dieses Jahres. Zu Hause gelte es dann, das Drehbuch für den folgenden Tag zu lesen und die Dialoge zu verinnerlichen. «Die Texte müssen sitzen, sonst gelingt es mir beim Drehen nicht, die nötigen Emotionen rüberzubringen.»

Man sieht ihr den Stress nicht an

Diesen täglichen Stress sieht man ihr überhaupt nicht an. Mit Jogging, Meditation und Atemübungen hält sie sich fit. Abschalten könne sie gut. Im Moment sei sie tagsüber zwar die Fernsehärztin Meret Frei, es falle ihr aber nicht schwer, diese Rolle beim Verlassen des Aufnahmestudios wieder abzustreifen. Zwischen der Kunstfigur Meret und ihr selber gebe es auch Parallelen: Eine gewisse Empathie gegenüber Mitmenschen sei eine davon. Das helfe ihr manchmal, ihre Rolle besser zu verstehen.

Schneebeli liebt das Leben und ihren Beruf. «Alles, was mir im Leben wiederfährt, kann ich irgendwann in eine Rolle einbringen», ist sie überzeugt. Es sei ein Beruf, bei dem man getrost älter werden könne: «Es wird immer Rollen geben, die auf einen zugeschnitten sind. Auch mit 80 noch.» Im Gegenteil: Die Wahl der Rollen werde mit dem Älterwerden immer interessanter für sie. «Ich erlebe im Moment eine ausgesprochen aufregende und tolle Zeit.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2008, 08:38 Uhr

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