Die Feuerbrand-Insel an der Goldküste

Die Feuerbrand-Befallskarte weist an der Goldküste in Erlenbach einen weissen Fleck auf. Das muss aber nicht heissen, dass dort die Pflanzenkrankheit nie aufgetaucht ist.

Die Obstplantage Rellstab im Grenzgebiet zu Erlenbach blieb bisher vom Feuerbrand verschont.

Die Obstplantage Rellstab im Grenzgebiet zu Erlenbach blieb bisher vom Feuerbrand verschont.

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Im Bezirk Meilen ist nach heutigem Stand einzig die Gemeinde Erlenbach vom Feuerbrand verschont geblieben. Auf der regelmässig aktualisierten Befalls-karte des Strickhofes, des kantonalen Kompetenzzentrums für Landwirtschaft, erscheint Erlenbach inmitten aller anderen Gemeinden an der Goldküste, die als befallen markiert sind, wie eine Insel des letzten Widerstandes in der Brandung des gefährlichen Erregers. Man fragt sich, wieso rundherum Obstbauernund Private einen verbitterten Kampf gegen den Feuerbrand austragen müssen und allein Erlenbach heil davonkommt.

Die Möglichkeit besteht trotz dieses Anscheins durchaus, dass auch in Erlenbach Fälle von Feuerbrand aufgetreten, jedoch nicht gemeldet worden sind und infolge dessen auch nicht auf der Befallskarte erscheinen. Den Erlenbachern Feuerbrandkontrolleuren deshalb ein schlechtes Zeugnis auszustellen, wäre aber zu kurz gegriffen. Kontrolleur und Strassenmeister Andreas Rüegg hat zwei Erklärungen zur Hand, weshalb es in seiner Gemeinde bis heute rund um den Feuerbrand ruhig geblieben ist: «Zum einen haben wir vor sieben bis zehn Jahren grosse Rodungen vorgenommen», erklärt Rüegg. Als Reaktion auf starke Befälle habe man eine grosse Zahl an Wirtspflanzen – vor allem die anfälligen Cotoneaster-Büsche (Zwergmispeln) – von Privatgrundstücken sowie von Gemeindeanlagen entfernt.

Rodungen und viele Privatgärten

Zum anderen sei Erlenbach – wie umliegende Gemeinden – in die sogenannte Befallszone eingeteilt, in der eine vollständige Tilgung des Feuerbrandes im Gegensatz zu Einzelherden aussichtlos scheint. Die Kontrollen würden dadurch weniger häufig stattfinden. Privatgärten, die in Erlenbach den grossen Teil an Wirtspflanzenbeständen ausmachen, würden gar nicht mehr von den Kontrolleuren untersucht. «Wir fahren lediglich die Strassen entlang und halten Ausschau», sagt Rüegg. Hinter die Gartenmauern müssen er und seine Kontrolleure nur in der Pflanzenschutzzone rund um die

Apfelplantage Rellstab schauen. «Bis jetzt haben wir da nichts gefunden», erklärt Rüegg. Heini Rellstab, Besitzer der Obstplantage, die auf Küsnachter Grenzgebiet zu Erlenbach liegt, hatte selber auch noch keinen Feuerbrand zu melden, was laut Rellstab pures Glück sei.

Weniger gnädig ist Fortuna mit den Stäfnern. Laut der Befallsliste des Strickhofes sind innerhalb des letzten Monats rund 70 neue Fälle von Feuerbrand entdeckt worden. Der Stäfner Kontrolleur Kaspar Pünter spricht aber von einer leichten Verzerrung der Zahlen. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden habe man in Stäfa bei sämtlichen Verdachtsfällen auf Feuerbrand eine Probe an die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Wädenswil geschickt. «Wenn wir sicher sind, eine Infektion entdeckt zu haben, dürfen wir eine Rodung anordnen», erklärt Pünter. Doch einige Gartenbesitzer hätten sich gegen die Rodung gesträubt. Deshalb holt man nun jedes Mal ein offizielles Urteil des Wädenswiler Labors ein. Wenn dieses eine Probe positiv auf Feuerbrand testet, erstattet es automatisch Meldung an den Strickhof. Somit würde jeder einzelne Fall in die Statistik einfliessen.

Allgemeine Beruhigung erwartet

Pünter ist zuversichtlich, dass in kurzer Zeit keine neuen Ansteckungen mehr vorkommen werden. Die kritische Triebzeit ist bei vielen Pflanzen abgeschlossen.

Am schlimmsten getroffen hat es Hombrechtikon mit rund 700 befallenen Obstbäumen. Erfreulich: Die Zahl der Ansteckungen steigt nicht mehr weiter an. «Dank der guten Arbeit der Obstbauern haben wir das Problem in den Griff bekommen», sagt der Hombrechtiker Kontrolleur Hans-Ueli Knecht. Noch kämpfe man mit Ansteckungen von Büschen und Rabatten. Auch Knecht ist aber zuversichtlich, dass sich die Lage bald beruhigen wird. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.09.2008, 21:08 Uhr

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