Die Gemeinde Gossau führt Nachtparkgebühren ein

Wer sein Auto in Gossau über Nacht auf öffentlichen Strassen und Plätzen abstellt, muss ab November 40 Franken zahlen. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

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Der Gemeinderat Gossau führt auf den 1. November eine Nachtparkiergebühr ein. Autofahrer ohne eigenen Parkplatz, die ihr Fahrzeug regelmässig auf öffentlichem Grund abstellen, müssen sich ab diesem Datum innert 30 Tagen bei der Sicherheitsabteilung der Gemeindeverwaltung melden - unaufgefordert, wie der Gemeinderat schreibt. Die 40 Franken, die pro Monat zu bezahlen sind, garantieren aber noch keinen Parkplatz.

Die Gemeindepolizei Wetzikon, die neu auch für Gossau zuständig ist, wird die Autos auf dem Gossauer Gemeindegebiet kontrollieren. Wer dreimal hintereinander in der Nacht erfasst wird, gilt als regelmässiger Parkierer und muss sich rückwirkend für die Gebühr anmelden, wie es in der Mitteilung des Gemeinderates weiter heisst. Als Grund für die Einführung der Nachtparkgebühr nennt er die Behinderungen im öffentlichen Raum. So würden wegen den parkierten Fahrzeugen immer wieder Durchfahrten verengt, und das Kreuzen werde zum Zentimetermanöver. Zudem sei es für die Angestellten des Strassenunterhalts unter diesen Bedingungen schwierig, die Strassen zu reinigen oder Schnee zu räumen.

Gebühren auch an anderen Orten

Andere Gemeinden im Zürcher Oberland verlangen von ihren Bürgern seit längerem eine Gebühr für parkierte Autos auf öffentlichen Strassen und Plätzen. So beispielsweise Dübendorf, Fehraltorf, Illnau-Effretikon und Pfäffikon (der TA berichtete). Dabei geht es nicht in erster Linie darum, eine neue Einnahmequelle zu generieren, wie die zuständigen Personen auf den Verwaltungen übereinstimmend sagen. Im Zentrum stehe vielmehr eine bessere Ordnung auf den Strassen und die Gleichbehandlung von Parkplatzbesitzern und Gratisparkierern.

Fast gleichzeitig mit Gossau führt auch der Gemeinderat Weisslingen eine Nachtparkgebühr ein. Mitte Juli gab er bekannt, ab 2009 40 Franken für das Parkieren auf öffentlichem Grund zu verlangen. Auf den gleichen Zeitpunkt erlässt er ein Parkverbot für die Plätze rund um das Gemeindezentrum sowie für diejenigen beim Friedhof, Schützenhaus, Schulhaus und bei der Sportanlage - es sei denn, jemand besucht einen Anlass am entsprechenden Ort.

Bewusst auf eine Nachtparkgebühr verzichteten unter anderem die Gemeinderäte von Bäretswil, Lindau und Wald. Alle drei gehen davon aus, dass es nicht rentiert, die Autofahrer zu erfassen und zu kontrollieren.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.08.2008, 07:03 Uhr

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