Die Jugend soll ein Teil der Gemeinde sein

Seit Anfang August hat die Gemeinde Hombrechtikon einen Jugendbeauftragten. Ein Haufen Ideen und das Projekt Jugendhaus beschäftigen Nicolas Marx zurzeit.

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Es ist die Chance, etwas aufzubauen, die Nicolas Marx nach Hombrechtikon gezogen hat. «Es ist eine neue geschaffene Stelle mit breitem Aufgabengebiet», sagt der 38-Jährige. Das habe er bei seiner letzten Arbeit zwar auch gehabt, doch mit der Zeit sei es ihm zu gemütlich geworden. Für Marx stellte sich dann die Frage, ob er weiterhin im Bereich Jugendarbeit bleiben sollte oder nicht. «Wenn ja, wollte ich unbedingt konzeptionell arbeiten», sagt er.

Als Jugendarbeiter sei man eben oft in gewissen Strukturen gefangen, die Arbeit wiederhole sich, auch wenn man an unterschiedlichen Orten angestellt sei. Marx wollte eine neue Herausforderung. Die Stelle als Jugendbeauftragter kam also wie gerufen. Sonst hätte er wahrscheinlich in einen anderen Bereich der Sozialarbeit gewechselt. Als neuer Jugendbeauftragter von Hombrechtikon ist der diplomierte Sozialarbeiter für die Vernetzung aller Bereiche der Jugendpolitik verantwortlich. Er ist ausserdem Ansprechperson für alle, die in Hombrechtikon Fragen zum Bereich Jugend haben.

Mehr Treffpunkte für Jugendliche

Die Gemeinde Hombrechtikon hat der in Glarus Wohnhafte vorher nicht gekannt. «Die Region ist mir aber nicht gänzlich fremd. Ich bin in Greifensee aufgewachsen und war vier Jahre in Rapperswil-Jona in der Jugendarbeit tätig», sagt der Familienvater. Anfangs war er gegenüber Hombrechtikon eher kritisch eingestellt. Es habe eine Zeit gegeben, in der die Gemeinde in Sachen Jugendarbeit keinen guten Ruf gehabt habe, unter anderem wegen rechtsgerichteter Jugendlicher, die das Jugi besuchten. «Die positive Entwicklung der letzten Jahre, die man ausserhalb Hombrechtikon nur wenig mitbekommen hat, haben mich dann aber überzeugt.»

Grundsätzlich sei Hombrechtikon mit den vielen Vereinen, der Beratungsstelle der Schule, der Institution runder Tisch usw. schon sehr weit in der Jugendarbeit. «Offizielle Treffpunkte sind jedoch Mangelware», sagt Marx. Die offene Jugendarbeit brauche ein breites und differenziertes Angebot, beschränke sich momentan aber auf das Jugi, mit dem man aber nur einen kleinen Prozentsatz von Jugendlichen anspreche. «Wir müssen Möglichkeiten schaffen für Gruppierungen, für die es noch nichts gibt», findet der neue Jugendbeauftragte. Öffentlicher Raum sei und bleibe aber wichtig für Jugendliche – Hombrechtikon habe viele davon, und die sollen auch sichtbar bleiben. «Wichtig ist, die Jugendlichen bei der Gestaltung des Gemeinwesens als Partner einzubeziehen. Die Jugendlichen sollen ein Teil der Gemeinde sein.»

Neues Jugi geht nächstes Jahr auf

Somit besteht Marx’ Hauptaufgabe momentan darin, eine Gesamtkonzeption für die offene Jugendarbeit zu entwickeln. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Jugendhaus. Ende November soll das neue Jugi auf dem ehemaligen Zivilschutzareal aufgestellt sein, sodass mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Der Umzug, der zusammen mit Jugendlichen ausgeführt werden soll, ist auf die Sport- oder Frühlingsferien 2009 geplant. Bis dahin läuft weiterhin der reduzierte Betrieb im alten Jugi Töbeli. Nach dem Umzug wird dieses von der Schule genutzt.

Als Teil des neuen Jugi schwebt Marx ein zusätzliches Projektbüro vor, das alle – Jugendliche, Eltern, Jugendarbeiter –, die eine Idee für ein Projekt haben, benutzen können. «Dass das Büro sich im Jugi befindet, ist mir dabei wichtig, denn je mehr Leute das Jugi kennen desto grösser ist seine Akzeptanz.» Der Innenausbau soll möglichst funktional gestaltet werden, damit das Jugi für viele Zwecke verwendet werden kann. «Natürlich haben die Jugendlichen aber immer Priorität.»

Neue Jugendarbeiter sucht Marx momentan noch keine. Noch bis Ende Oktober hat Reto Knaus die fachliche Leitung des Jugi-Teams unter sich. Nach seinem Weggang übernimmt Marx selbst diesen Job. «Wenn dann das Konzept zur offenen Jugendarbeit fertig ist, werde ich mich auf die Suche machen», so Marx. Gute Jugendarbeiter seien zwar schwierig zu finden, aber es sei nicht sinnvoll, Leute einzustellen, bevor sie einen klaren Rahmen für ihre Arbeit hätten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.09.2008, 20:45 Uhr

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