Die Opposition gegen Regensbergs bauliche Entwicklung hält an

Sieben Parteien machten Einwendungen gegen die Abänderung der Schutzverordnung in Regensberg. Einige möchten gar, dass die Einzonung von neuem Bauland rückgängig gemacht wird.

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Ex-Gemeindepräsident Raeto Conrad gehört mit zwei weiteren ehemaligen Ratskollegen zu einer von insgesamt sieben Parteien, die beim Kanton Einwendungen gegen die Änderung der Schutzverordnung gemacht haben. Diese gilt seit 1946 für die Gemeinden Dielsdorf, Regensberg und Steinmaur. Die Änderung würde die heute in der Landwirtschaftszone liegenden, geplanten Neubauten in den Gebieten Höfli und Staldern/Brunngassrain mit rund 50 Wohneinheiten und in Steinmaur die Wohnbauten im Steinbruch als Rechtsgrundlage erst legitimieren.

«In Regensberg soll neu gebaut werden können – aber mit einer Architektur, die zum Städtchen passt», formuliert Conrad den Hauptkritikpunkt der Einwendung. Er verlangt, dass in der Schutzverordnung klare Vorschriften für «eine schutzgebietskonforme Bebauung» festgehalten werden. Insbesondere sollen die in den Gestaltungsplänen vorgesehenen Flachdächer durch Steildächer ersetzt werden. «Wenn wie geplant gebaut wird, bedeutet dies zudem eine ortsunübliche Zersiedelung, wir fordern eine angemessene Verdichtung», so Conrad weiter. Sein früherer Rekurs gegen die beiden Gestaltungspläne wird vom Verwaltungsgericht erst behandelt, wenn die Schutzverordnung geändert worden ist.

Gemeindepräsident Fritz Kilchenmann sagt dazu lediglich: «Die Gestaltungspläne enthalten bauliche Vorschriften und wurden im Oktober 2006 an der Gemeindeversammlung klar bewilligt.» Für Kilchenmann ermöglicht die Anpassung der Schutzverordnung ein moderates Wachstum des Städtchens, «eine Chance, die wir wie andere Gemeinden nutzen sollten.»

«Regensberg überlebt auch so»

Anderer Ansicht sind drei Neuzuzüger, die ebenfalls Einwendungen gemacht haben und die Überbauung des im Jahr 2000 eingezonten Baulandes hinterfragen. Sie wollen die Schutzverordnung nicht abändern. «Regensberg überlebt auch so sehr gut», sagt ihr Sprecher Peter Stammbach und nennt Zahlen: Der Steuerfuss der Politischen Gemeinde sei seit Ende 1999 von damals 129 auf heute 104 Prozent gesunken, das Eigenkapital trotz Investitionen auf fast 2,5 Millionen Franken angewachsen und die Einwohnerzahl von 454 auf 470 Einwohner gestiegen. «Gerade bei schnell gewachsenen Gemeinden zeigt sich ja, dass deren Probleme nicht gelöst wurden», sagt Stammbach. Er bemängelt, die Stimmbürger seien stets vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Eine eigentliche Güterabwägung mit öffentlicher Diskussion habe gar nie stattgefunden.

Pro Natura Zürich gegen Abänderung

Eine Einwendung stammt zudem von Pro Natura Zürich. «Zum Schutz des Dorf- und Landschaftsbildes möchten wir, dass die Schutzverordnung so bleibt, wie sie ist – landwirtschaftliche Bauten sind in den betroffenen Gebieten ja möglich», sagt Geschäftsführer Andreas Hasler. Auch er kritisiert die optische Gestaltung der geplanten Neubauten mit den Flachdächern.

Kreisplaner Balthasar Thalmann wird die Einwendungen behandeln. Dass die im Jahr 2000 beschlossene Einzonung von Bauland rückgängig gemacht wird, beurteilt Thalmann als «unwahrscheinlich». Auch dem Antrag, bauliche Gestaltungsvorschriften in die Schutzverordnung aufzunehmen, räumt er wenig Chancen auf Erfolg ein. «Diese sind ja bereits in den Gestaltungsplänen formuliert», so Thalmann. Er rechnet mit einem Entscheid der Baudirektion bis Ende September. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.08.2008, 23:04 Uhr

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