Die Polizisten der Sondereinheit Diamant testeten sich unter Druck

Beim alljährlichen Wettkampf der Kapo-Sondereinheit geht es um Teamwork. Geübte Augen sehen schon vor dem Ziel, welches Team gewinnt.

Um zu gewinnen, müssen die Teammitglieder die Nerven behalten und am gleichen Strang ziehen.

Um zu gewinnen, müssen die Teammitglieder die Nerven behalten und am gleichen Strang ziehen. Bild: Patrick Gutenberg

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Profil eines durchschnittlichen Mitglieds der Sondereinheit Diamant: jung, männlich, teamfähig, topfit, hochgradig kompetitiv.

Logisch, dass sich diese Männer messen müssen. Jedes Jahr organisiert die Kapo einen Wettkampf, an dem die Polizisten den ganzen Tag schiessen, stossen, schleppen, schieben – und hin und wieder schreien. Gestern fand er um Hütten statt.

Die Disziplinen – darunter so exotische wie Waggon-Stossen – sind nicht nur körperlich anstrengend. Sie zielen auch auf den Durchhaltewillen, das Teamwork und die Fähigkeit, unter Stress Probleme zu lösen. Eigenschaften, die die Mitglieder der Einheit bei ihren über 50 Einsätzen pro Jahr dringend brauchen. Denn sie werden gerufen, wenn es sehr gefährlich wird: bei Geiselnahmen, Überfällen, Razzias.

Die fünf Polizisten der Gruppe Zwei-Zwei-Null kommen mit dem Bus beim Örischwandtobel-Bach an. Während sie Beinschoner, Westen und Helme montieren, verdrücken sie Energieriegel und hören dem Briefing des Postenchefs zu. Es wird durch den Bach bergauf gehen. Sie werden auf eine 80 Kilo schwere Ringerpuppe stossen, die sie mitschleppen müssen. Sie haben 20 Minuten Zeit. Los.

Die Polizisten seilen sich an, springen ins Wasser und kämpfen sich flott über die ersten Steinstufen im Bachbett. Der Postenchef schreitet neben ihnen her und beschallt sie beständig mit formelhaften Sätzen wie «Ihr schafft das!», «Sprecht euch ab!» oder «Hirn einschalten!».

Die Stufen werden höher, schon müssen die Polizisten einander auf die Schultern stehen, um sie zu überwinden. Gut gelaunt, donnert der Postenchef derweil seine Formeln in den Graben. Als die Gruppe die Ringerpuppe findet, schaut er genau hin: «Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.»

Die Polizisten nehmen die Puppe auf, feuern sich noch einmal an und waten auf die nächste Stufe zu. Dort hat aber jeder eine andere beste Idee, wie man sie über die zwei Meter heben solle.

Der Postenchef winkt ab. «Das wird nichts», sagt er. «Ich sehe das schon hier.» Es werde zu viel lamentiert. Die Gruppe werde höchstens zweitletzte.

Tatsächlich leidet die Gruppendynamik unter dem Druck der letzten Minuten: Plötzlich ist für den einen rechts, was für den anderen links ist, es lösen sich die Schoner, es verheddert sich das Seil, und die anfeuernden Rufe werden immer wütender, tönen manchmal gar gehässig.

Der Postenchef behält Recht: Die Gruppe wird Letzte. Gratulationen und Aufmunterung gibts trotzdem, denn für die Polizisten war das schon der vierte Posten – und sieben liegen noch vor ihnen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.08.2008, 23:56 Uhr

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