Die Reise eines Zugvogels selbst erleben

Die Besucher des Naturschutzzentrums konnten anlässlich des Internationalen Tages der Zugvögel nicht nur Vögel beobachten, sondern auch in die Haut eines solchen schlüpfen.

Auf Nahrungssuche unterwegs als Zugvögel bei der «Neeri-Airline».

Auf Nahrungssuche unterwegs als Zugvögel bei der «Neeri-Airline». Bild: YVON BAUMANN

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Wenn die Tage kürzer und kälter werden, verspüren nicht nur viele Menschen das Bedürfnis, dem grauen Alltag zu entfliehen und in den Süden zu fliegen – auch viele Vogelarten brechen dann zu einer langen Reise auf. Die gefiederten Tiere flüchten allerdings nicht vor der drohenden Kälte im Norden, vielmehr lockt sie das bessere Nahrungsangebot im Mittelmeerraum und in Nordafrika in den Süden. Bis zu 15 000 Kilometer legen manche Vogelarten dabei zurück. Um dies zu überstehen, fliegen sie in Etappen und legen unterwegs immer wieder Rast ein, um sich die nötigen Fettpolster für den Weiterflug anzufressen.

Ein solcher Rastplatz ist das Neeracherried, wo auch dieses Jahr zahlreiche gefiederte Gäste aus Skandinavien und Osteuropa auf ihrem Weg in den Süden einen Stopp einlegen. Nicht alle Zugvögel überleben die anstrengende Reise in den Süden und erreichen ihr Ziel. Welche Gefahren ihnen unterwegs drohen, das konnten die Besucher des Naturschutzzentrums Neeracherried anlässlich des Internationalen Zugvogeltags selber erleben, indem sie bei einem Postenlauf für einmal in die Haut eines Zugvogels schlüpften. Nach dem Einchecken auf einen Flug der «Neeri-Airline» wurde jeder «Vogel» gewogen und als noch zu leicht für die lange Reise eingestuft. Deshalb hiess es zunächst einmal mit einem Kompass Futter suchen, um überhaupt eine Starterlaubnis zu bekommen. Bei den weiteren Posten galt es dann, Gefahren wie einem Unwetter, den natürlichen Feinden oder der Jagd durch den Menschen auszuweichen und dabei möglichst viele Punkte in seinem Pass zu sammeln, um am Schluss vom Zöllner die Einreiseerlaubnis in das Winterquartier im Süden zu bekommen.

Auf einem solchen Flug der «Neeri-Airline» war Ursula Loosli aus Stadel. Der spielerische Anlass war für sie die ideale Gelegenheit, mit ihren beiden Kindern zum ersten Mal das Naturschutzzentrum Neeracherried zu besuchen. «Es ist wirklich faszinierend, wie weit Zugvögel fliegen und ihr Ziel immer finden», meinte sie nach der glücklichen Ankunft als Zugvogel im Süden. Genau diese Faszination wollte man am Internationalen Zugvogeltag der Bevölkerung vermitteln. «Wir möchten zudem darauf aufmerksam machen, wie wichtig Rastplätze wie das Neeracherried sind», erklärte Stefan Heller, Leiter des SVS-Naturschutzzentrums. Natürlich konnten am Internationalen Zugvogeltag im Neeracherried auch Vögel beobachtet werden. Zu sehen gab es Störche, Bekassine, Graureiher, Stockenten und Eisvögel. Bald schon werden einige zu ihrer Weiterreise in Richtung Süden aufbrechen – und hoffentlich ihr Ziel auch erreichen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.10.2008, 22:10 Uhr

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