Die SVP will eine neue Bahnhofstrasse in Erlenbach

Die Bahnhofstrasse Erlenbach ist in einem desolaten Zustand. Jetzt macht die SVP Druck für einen neuen Bodenbelag.

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30'000 Franken hat die Bahnhofstrasse in Erlenbach den Steuerzahler in diesem Jahr schon gekostet. Das macht gemäss der Einwohnerzahl per Ende 2007 gut 5.80 Franken pro Person. Und es dürfte noch mehr werden: «Die niederschlagsreiche und frostige Zeit folgt noch. Die Erfahrung zeigt, dass die Schäden vor allem im Winterhalbjahr auftreten», erklärt Urs Berli, Bauvorstand im Gemeinderat von Erlenbach.

Der SVP ist jeder Franken, der in die Bahnhofstrasse fliesst, zu viel. «Wir fordern den Gemeinderat ultimativ auf, ein neues Konzept vorzulegen», sagt Peter Schwegler, Präsident der Ortspartei. «Aber mit einem vernünftigen Budget.» So, wie der Gemeinderat es vor einem Jahr vorlegte, will es die SVP nicht mehr sehen: «Das war unter jedem Hund», so Schwegler.

Je länger, desto teurer

Urs Berli hatte vor einem Jahr ein Projekt vorgelegt, bei dem die Sanierungskosten auf 1,7 Millionen veranschlagt wurden. Vor allem die Erneuerung der Migros-Kreuzung und der Abschnitt zwischen Bahnhof und Blumen Perle waren damals als sehr dringlich bezeichnet worden – und sind es immer noch: «An der Tatsache, dass die Strasse so nicht wirklich gebrauchstauglich ist, hat sich aus unserer Optik nichts geändert», erklärt der Bauvorstand. «Je länger man wartet, desto teurer wird es. Vor allem im Unterhalt.» Zertrümmerte Steine, wie sie vor allem nach heftigen Regengüssen auftreten, werden im Moment durch Kalt-Asphalt ersetzt. «Das Flickwerk nimmt nach jedem grösseren Niederschlag zu», so Berli.

Das Geschäft war an der Gemeindeversammlung vom 26. November 2007 abgelehnt worden. Vor allem die SVP hatte sich gegen die Vorlage eingesetzt, weil sie die Budgetierung mit einer Kostengenauigkeit von plus oder auch minus 25 Prozent – gemäss Rechnungsprüfungskommission (RPK) plus oder minus 425'000 Franken – nicht akzeptieren wollte. Auch die RPK fand diesen Betrag zu hoch und lehnte die Vorlage ab.

Kein Terminplan für Sanierung

Dass die Stolpersteine an der Bahnhofstrasse eliminiert und durch eine «normale Strasse» ersetzt werden müssen, dessen ist sich nicht nur die SVP, sondern auch der Gemeinderat bewusst. «Angesichts der sich laufend verschlechternden Situation werden wir das Geschäft wieder an die Hand nehmen müssen», erklärt der Bauvorstand.

Ein Terminplan oder auch ein neues Konzept steht laut Urs Berli aber noch nicht fest. «Theoretisch könnte man ein solches Flickwerk noch Jahre weiterführen. Ob das Sinn machen würde, wäre dann ja eine andere Frage.»

Oder, wie es Peter Schwegler namens der SVP ausdrückt: «Das ist ein Käse mit den Steinen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.09.2008, 08:39 Uhr

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