Die Tage im Sperrmüllparadies sind gezählt

In der Hombrechtiker Holflüe herrscht zurzeit Gedränge. Ab Oktober ist die Entsorgung von Sperrgut auch dort gebührenpflichtig. Leute von überall her nutzen die Galgenfrist eifrig.

Emsigen Ameisen gleich bringen Hombrechtiker und Auswärtige ihren Sperrmüll in die Sammelstelle Holflüe.

Emsigen Ameisen gleich bringen Hombrechtiker und Auswärtige ihren Sperrmüll in die Sammelstelle Holflüe. Bild: Michael Trost

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Ein lautes Kreischen ertönt, es rumpelt und scheppert, dann ist wieder eine Ladung Sperrmüll in der automatischen Presse verschwunden. Geschluckt von einem grünen Container in der Hombrechtiker Altstoffsammelstelle Holflüe. Dieser ist dieser Tage pausenlos in Betrieb, denn die Entsorgung von Sperrmüll in Hombrechtikon ist nur noch knapp zwei Wochen lang gratis. Ab dem 1. Oktober erhebt die Gemeinde in der Sammelstelle eine Gebühr von 50 Rappen pro entsorgtem Kilo Sperrmüll.

Vor diesem Termin haben viele Hombrechtiker die Rumpelkammer oder die Garage ausgeräumt, um das Gerümpel rechtzeitig loszuwerden. Auf dem Platz herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, die knapp fünfzehn Parkplätze auf dem Areal sind dauernd besetzt. Max Hofstetter und Marco Hauser sind die Aufseher der Sammelstelle. Sie bedienen den Container, helfen beim Schleppen und erklären den Leuten, wo welche Materialien entsorgt werden. «Seit Mai herrscht hier Hochbetrieb», sagen sie. Damals sei bekannt geworden, dass die Entsorgung künftig etwas kosten werde. So fahren die Leute seit einigen Wochen teilweise mit vollen Lieferwagen und Anhängern in der Holflüe vor.

Einige kamen dreimal pro Tag

Gewisse Personen, die bis zu dreimal pro Tag kamen, habe er auch schon abgewiesen, sagt Hauser. Dies, obwohl es in Hombrechtikon eigentlich keine Begrenzung für die Entsorgung von Sperrmüll gibt. «Die Sperrgutentsorgung ist nicht auf eine bestimmte Menge beschränkt», sagt Paul Spörri, Leiter der Werkabteilung, «Es war uns bewusst, dass es einen Andrang geben wird. Aber wenn jemand eine komplette Hausräumung durchführen will, muss er eine Mulde bestellen.» Dieser Meinung ist auch der Hombrechtiker Gemeindeschreiber Jürgen Sulger: «Die erlaubte Menge ist nicht genau definiert und erfordert Fingerspitzengefühl von den Aufsehern.»

In der Holflüe ist die Hombrechtikerin Diana Camenisch gerade zum zweiten Mal mit einem Anhänger voll von alten Brettern, Tablaren und Pfählen vorgefahren. «Ich entsorge den Sperrmüll eines kürzlich verstorbenen Bekannten», sagt sie. Aufseher Hauser lässt sie gewähren: «Nach dieser Ladung ist aber Schluss!»

Seit 2002 doppelte Menge Sperrmüll

Grund für die künftigen Gebühren war laut Sulger der zunehmende Abfalltourismus in Hombrechtikon, wo pro Kopf seit 2002 doppelt so viel Sperrmüll entsorgt wurde – die Kosten trugen die Einwohner. Darum wird bis zum 1. Oktober in der Holflüe eine System installiert, das den Sperrmüll automatisch wiegt, verrechnet und anschliessend im Container presst. Dazu benötigt man eine aufladbare Karte, die nächste Woche mit einer Anleitung an die Haushalte verschickt wird.

Zurzeit kommen die Leute noch von überall her, um ihr Sperrgut gratis zu entsorgen, obwohl am Eingang des Areals ein Schild darauf hinweist, dass nur Einheimische zur Nutzung berechtigt sind. Auf dem Parkplatz sieht man auch Kennzeichen aus anderen Kantonen. «Man merkt es den Leuten an, wenn sie von auswärts kommen. Deren Herkunft dürfen wir aber nicht überprüfen», sagt Hauser. Detektiv mag er aber nicht mehr spielen. «Ab Oktober – wenns kostet – wird es dann wieder ruhiger.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.09.2008, 11:15 Uhr

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