«Diese Villa passt sehr gut in die Altstadt»

Die Vergabe der Winkelwiese 10 an Millionär Frank Binder sei zu 100 Prozent regelkonform verlaufen, sagt der Direktor des Amts für Hochbauten. Er ist überzeugt von Binders Projekt.

Das Neubauprojekt von Frank Binder (rechts). Vorne die Trittliwiese.

Das Neubauprojekt von Frank Binder (rechts). Vorne die Trittliwiese. Bild: PD

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Millionär Frank Binder will eine Villa an der Winkelwiese 10 bauen – am für ihn «schönsten Ort der Stadt», wie er am Donnerstag an einer Medienkonferenz des Pro-Komitees sagte. Doch Binder, der seit 27 Jahren in Zürich lebt, muss hart für sein Vorhaben kämpfen: Quartierbewohner haben das Referendum ergriffen gegen den Entscheid von Stadt- und Gemeinderat, Binder das Land für 62 Jahre im Baurecht abzugeben.

Die Gegner kritisieren insbesondere, dass die Vergabe an Binder nicht regelkonform verlaufen sei. Peter Ess, Direktor des städtischen Amts für Hochbauten, wies die Vorwürfe zurück. Alle Bewerber seien gleich behandelt worden, entsprechende Protokolle würden dies belegen. Das Verfahren sei zu 100 Prozent regelkonform verlaufen. Bei der Ausschreibung sei klar gewesen, dass der Meistbietende den Zuschlag erhalten werde – und das war Binder. Dieser musste sich im Gegenzug aber auch verpflichten, sich auf einen von der Stadt durchgeführten Architekturwettbewerb einzulassen. Binder habe dazu nicht nur drei – wie von der Stadt gefordert –, sondern vier Planerteams eingeladen. Den Gewinner erkürte eine Jury mit mehrheitlich städtischen Vertretern; Binder musste sich also dem Entscheid der Stadt fügen, um bauen zu dürfen.

Das Siegerprojekt des Basler Architekturbüros Miller & Maranta entspreche den Vorgaben der Stadt sowie der Bau- und Zonenordnung (BZO): «Sonst hätte es garantiert nicht gewonnen», sagte Ess. Da er selbst die BZO für die Altstadt massgeblich mitgestaltet habe, glaube er das beurteilen zu können. Das Gebäude ordne sich optimal in die Kulisse des Moränenhügels ein. «Diese Villa passt städtebaulich sehr gut an diesen Ort in der Altstadt.»

Dialog mit Bewohnern gesucht

Auch andere Vorwürfe wiesen Ess, Binder und der Architekt Quintus Miller zurück: So soll das geschützte Gartenhaus aufgestockt werden, weil Stadt und Denkmalpflege diese Variante als elegantere Lösung erkannt hätten – eleganter als ein Neubau daneben, wie das ursprünglich geplant war. Ein Zufahrtsweg durch den Garten sei nicht geplant, und die Wegparzellen seien immer Teil des Grundstücks gewesen und diesem nicht nachträglich zugesprochen worden, wie das die Gegner behaupteten. Er sei befremdet und entsetzt über die Kampagne der Gegner, die Unwahrheiten verbreiteten, sagte Binder. Er habe immer den Dialog mit den Altstadtbewohnern gesucht.

Bei einem Ja bezahlt Binder 4,5 Millionen als einmalige Entschädigung für die Villa Landolt, die abgerissen werden soll, sowie 210'000 Franken Baurechtszins pro Jahr. Nach 62 Jahren fallen das Grundstück und das Gebäude zurück an die Stadt. Binder betont, dass das Haus so konzipiert sei, das es später auch als Mehrfamilienhaus genutzt werden könne. Der Neubau sei zu 100 Prozent klimaneutral und werde mit Sonnenkollektoren und Erdwärme geheizt: «Nachhaltigkeit ist uns wichtig.»

Abgestimmt wird am 28. September. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2008, 16:09 Uhr

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