Dietliker entscheiden über Einkaufsmeile

Seit drei Jahren ist die bauliche Entwicklung im Einkaufsgebiet Dietlikon-Süd blockiert. An der Gemeindeversammlung in einem Monat entscheidet sich, wie es weitergeht.

In der Mitte der Industriestrasse soll neu eine separate Busspur angelegt werden.

In der Mitte der Industriestrasse soll neu eine separate Busspur angelegt werden. Bild: David Baer

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Der Schlussspurt des Dietliker Gemeinderats hat begonnen. In einem Monat werden die Stimmberechtigten an einer Gemeindeversammlung über die Zukunft ihrer Einkaufsmeile entscheiden. «Wenn jetzt nichts gemacht wird, heisst das nicht, dass es so bleiben wird wie heute – es könnte wieder schlimmer werden», sagt Verena Albrecht. Die Bauvorsteherin von Dietlikon stellte gestern zusammen mit Gemeindepräsident Kurt Schreiber die aktuellen Pläne für das gesamte Einkaufsgebiet im ehemaligen Dietliker Industriequartier vor.

Ohne ÖV-Erschliessung geht es nicht

Vorgesehen ist, das «grösste Einkaufszentrum der Schweiz», so Schreiber, für total 19 Millionen Franken endlich richtig zu erschliessen. Dazu gehört in erster Linie die lückenlose Anbindung an den öffentlichen Verkehr, vorab mit Bussen auf der ganzen Länge der Industriestrasse. Bisher war dies nur teilweise gewährleistet. Als erschlossen gelten nur Gebiete in einem Umkreis von 150 Metern einer Haltestelle. Das ist in Dietlikon nicht überall der Fall, weshalb der Kanton die uneingeschränkte Entwicklung auf der Einkaufsmeile nicht zulassen würde.

Das Ziel ist es, vor allem auch den Privatverkehr in den Griff zu bekommen. Dazu sind verschiedene bauliche Massnahmen vorgesehen: Lichtsignalanlagen, zusätzliche Parkplatzzufahrten von der Neuen Winterthurerstrasse in den Coop-Vorplatz und bei der Shell-Tankstelle in die Alte Dübendorferstrasse. Eine zusätzliche Entlastungsspur von der Ikea zur Flamingokreuzung beim Brüttiseller Kreuz werde der Kanton selber bauen. Mit neuen Fusswegen entlang der Industriestrasse und zwei neu gestalteten Plätzen bei der Ikea und beim Coop will man das Gebiet auch für Fussgänger attraktiver machen.

Die Gesamtkosten müssen voraussichtlich nicht allein von den Dietliker Steuerzahlern übernommen werden. Man sei noch in Gesprächen mit dem Kanton, so der Gemeindepräsident. «Der Kanton hat eine finanzielle Beteiligung in Aussicht gestellt.»

Ablehnung hiesse Blockierung

Falls die Dietliker dem nun vorliegenden Masterplan für das Gebiet an der nächsten Gemeindeversammlung am 25. September nicht zustimmen, werde sich der Kanton wohl selber daran machen, mahnt der Gemeindepräsident. «Dann wird aber ein härterer Kurs gefahren.» Es sei Sache der Gemeinde, für die Entwicklung des Gebietes zu sorgen. Ansonsten bliebe die Entwicklung im Gebiet Dietlikon-Süd in nächster Zeit wohl weiter blockiert. Die derzeitigen Zustände würden sich wohl für längere Zeit nicht verbessern.

«Zukunftsplanung ist auch immer Vergangenheitsbewältigung», sagt Bauvorsteherin Albrecht. Früher habe man die Ausnützungsziffer im Industriegebiet vorausschauend sehr hoch angesetzt, bei 10 Kubikmetern pro Quadratmeter Grundstücksfläche. Dies habe nicht nur den Industriebetrieben, sondern eben auch Fachmärkten, Möbelhäusern und Supermärkten beste Ausbaubedingungen gebracht. Zusammen mit fehlenden Verkaufsflächenbeschränkungen führte dies zum sprunghaften Anstieg des Einkaufsverkehrs.

Noch Änderungen möglich

Eigentlich wollte der Gemeinderat schon im letzten März entscheiden. Doch nachdem Kritik am Masterplan seitens des Gewerbes laut geworden war, legte er eine Denkpause ein. Nun hat er die Ausnützungsziffer im Industriegebiet nur um zwei auf acht Kubikmeter pro Quadratmeter reduziert und lässt moderate Entwicklungen der Verkaufsflächen auf dem Gebiet doch zu.

Die jetzt zur Abstimmung vorgelegte Planungsvorlage besteht aus mehreren Teilen. An der kommenden Gemeindeversammlung können noch kleinere Änderungen vorgenommen werde. Sollten die Pläne von den Stimmbürgern aber zu sehr verwässert werden, droht das «Damoklesschwert» des Kantons zuzuschlagen, sagte Gemeindepräsident Schreiber. Für die entscheidende Versammlung rechnet er mit einem Grossaufmarsch: «Wir werden für 500 Leute stuhlen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.08.2008, 23:22 Uhr

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