Dietlikon-Süd: Bürgerliche gegen Masterplan

Die FDP und die Bürgerliche Vereinigung lehnen die Planungsvorlage Dietlikon-Süd ab. Sie sei zu teuer, und die Grundeigentümer seien nicht in die Planung involviert worden.

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Am Donnerstagabend beschlossen die Mitglieder der FDP Dietlikon mit grossem Mehr und die Mitglieder der Bürgerlichen Vereinigung Dietlikon (BVD) einstimmig, die Planungsvorlage für das Einkaufsgebiet Dietlikon-Süd abzulehnen. Sollte sie am 25. September dennoch von der Gemeindeversammlung angenommen werden, wolle man eine Urnenabstimmung beantragen, entschieden die FDP-Mitglieder.

Mit dem Masterplan für Dietlikon-Süd strebt der Gemeinderat eine verbesserte Anbindung an den öffentlichen Verkehr an. Ausserdem soll das flächenmässig grösste Einkaufszentrum der Schweiz nicht mehr unbeschränkt wachsen können. Des weiteren will man den Privatverkehr mit baulichen Massnahmen in den Griff bekommen. Geplant sind auch zwei öffentliche Plätze.

FDP-Präsidentin Doris Kläy wies darauf hin, dass es sich bei 19 Millionen Franken (mit einer Ungenauigkeit von plus/minus 40 Prozent) um sehr viel Geld handle. Trotzdem komme die Vorlage nicht an die Urne zur Abstimmung. Weiter bemängelt sie die sehr tief angesetzten Landerwerbspreise von lediglich 100 Franken pro Quadratmeter. In die Kritik geriet auch das Vorgehen des Gemeinderats: «Er hat es verpasst, mit den Grundeigentümern eine kooperative Planung zu machen», sagte Vorstandsmitglied Peter Hunziker.

Parkplatz nicht mehr immer überfüllt

Einige betroffene Grundeigentümer oder deren Vertreter schilderten an der Mitgliederversammlung der FDP ihre Sicht. Die Anwesenden fanden übereinstimmend, dass es in Dietlikon in erster Linie ein Verkehrsproblem zu lösen gäbe. Es sei nicht nachvollziehbar, dass es nun eine neue Zonenordnung mit einer Beschränkung der Ausnützung geben müsse.

In der weiteren Diskussion stellte sich allerdings heraus, dass das Verkehrsproblem eigentlich gar keines mehr sei. Seit Coop das ehemaligen Carrefour-Gebäude gekauft hat, sei der grosse Parkplatz oft alles andere als überfüllt. Dominik Bachmann vertrat als Rechtsanwalt den Grossverteiler und das Gartencenter Jumbo. Seinen Auftraggebern sind die beiden geplanten Busspuren auf der Industriestrasse ein Dorn im Auge, denn sie müssten dazu Land beisteuern oder würden enteignet. Coop stört sich auch am geplanten Westplatz. Dieser Begegnungsort in der hektischen Ladenmeile müsste durch Coop gebaut werden, lasse aber praktisch keine neuen Nutzungen auf den angrenzenden Flächen zu.

Die Kritik der BVD deckt sich grösstenteils mit derjenigen der FDP. Laut Präsidentin Verena Fischer sind die Kosten und die Steuerbelastung nicht absehbar. Zudem seien die Direktbetroffenen nicht in die Planung miteinbezogen. Auch am Verkehrsplan hegt die BVD Zweifel: Der Individualverkehr werde durch den Einbau einer Busspur nicht weiter verflüssigt. Die Verbreiterung der Industriestrasse bringe nichts, wenn die Zu- und Wegfahrten nicht gesichert seien. Mit der Reduktion der Baumassenziffer würden zudem gut gehende Firmen in ihrer Entwicklung behindert. Zu Bedenken gibt die BVD auch, dass neue Einkaufszentren in der Umgebung Dietlikon zunehmend entlasten würden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2008, 21:28 Uhr

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