Ein Markt für zukünftige Spitzenpferde

Zum ersten Mal gabs an den Bülacher Pferdesporttagen einen Fohlenmarkt. Die jungen Zuchtpferde stiessen beim Publikum auf reges Interesse.

Das Stutenfohlen Lou de Luxe wird zusammen mit seiner Mutter in die Reithalle geführt.

Das Stutenfohlen Lou de Luxe wird zusammen mit seiner Mutter in die Reithalle geführt. Bild: Peter Würmli

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Munter hüpft das Fohlen neben seiner Mutter durch den Halleneingang, interessiert und manchmal ein wenig nervös schaut es in die Zuschauermenge. Von einer Reiterin am Zügel geführt, traben Stute und Fohlen gemeinsam einige Runden durch die Reithalle. «Genetik allererster Sahne, gezüchtet durch viele Generationen», tönt die Moderation aus den Lautsprechern. Einige Besucher nicken anerkennend und machen sich Notizen, während sie das trabende Fohlen begutachten.

An den diesjährigen Pferdesporttagen, organisiert durch den Kavallerieverein Bülach in der Reitsportanlage Neukirchhof, fand am Sonntag zum ersten Mal ein Fohlenmarkt statt. «Der Markt ist eine Attraktion an unserem Anlass», sagt Urs Truttmann, Präsident des Kavallerievereins Bülach. «Leider ist das Wetter schlecht, und wir müssen die Fohlenschau vom Freien in die Halle verlegen.» Trotzdem sei er zufrieden mit der Besucherzahl, obwohl der Fohlenmarkt bei schönem Wetter ein grösserer Publikumsmagnet gewesen wäre.

Nacheinander traben die 16 Fohlen beim Publikum vor. Alle wurden zwischen Februar und Juni dieses Jahres geboren und haben klingende Namen wie Diary of Love, Royal Red oder Lady Lou de Luxe. Der Moderator informiert über den Stammbaum, über Hengst und Stute, die Erfolge der jeweiligen Vorfahren und ob diese im Spring- oder Dressurreiten trainiert waren. Nach der Vorführung werden die Fohlen wieder in den Stall geführt, wo sich die Interessenten bereits eingefunden haben.

«Pferdezucht ist wie ein Virus»

Hansruedi Reusser, Präsident des Vereins Schweizer Sportpferde, welcher den Fohlenmarkt führt, zeigt sich zufrieden. «Wir haben einige Besucher, die sich für die Fohlen interessieren», so Reusser. Er selber züchte auch Pferde, das Fohlen Geisha, welches eben vorgetrabt sei, stamme aus seiner Zucht. «Die Preise variieren zwischen 5000 und 25'000 Franken pro Fohlen», erklärt er, «die Käufer und Verkäufer einigen sich im Gespräch auf den Preis – wie an einem Markt.» An der Zucht fasziniere ihn, dass man ein junges Pferd bis zur ausgewachsenen Stute aufwachsen und gedeihen sieht. «Die Pferdezucht ist wie ein Virus und lässt mich nicht mehr los», so der Züchterpräsident aus dem Kanton Bern. Auf Seite der Käufer sieht sich Hans-Heinrich Meier drei Fohlen genauer an. «Ich habe hier einiges Interessantes gesehen», so der Reitstallbesitzer und Pferdezüchter aus dem Zürcher Oberland. «Jeden Herbst kaufe ich an einem Markt oder einer Auktion Fohlen, welche dann trainiert werden.» Ob er hier eines kaufen wird, wisse er jetzt noch nicht. «Die Preise steigen, wenn ein Liebhaberpreis für ein Fohlen bezahlt wird. Diese kauft der Reiter für sich persönlich – sie sind nicht primär für Stall oder Zucht gedacht.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.09.2008, 18:50 Uhr

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