Ein schlechtes Honigjahr für die Imker in der Region

Der Honigertrag lässt dieses Jahr zu wünschen übrig. Schuld daran sind das Wetter und die fehlenden Läuse.

Die Bienen im Oberland sammelten dieses Jahr weit weniger Honig als von den Imkern erhofft.

Die Bienen im Oberland sammelten dieses Jahr weit weniger Honig als von den Imkern erhofft. Bild: TA-Archiv

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach einer guten Ernte folgt meistens eine schlechte. Die Volksweisheit trifft auf das Honigjahr 2008 zu. Im Jahr 2007 wurde viel Honig geerntet, heuer sieht es magerer aus. «Wir mussten das Honigjahr schon im Juli abschliessen», sagt Ernst Schuler, Bieneninspektor des Bezirks Pfäffikon. Der Ertrag des Blütenhonigs sei durchschnittlich gewesen. Zudem sei der Waldhonig komplett ausgefallen, da keine Läuse vorhanden waren. Zur Erklärung: Der im Frühling gewonnene Blütenhonig wird hauptsächlich aus Blütennektar produziert. Im Sommer oder Herbst hingegen entsteht der Waldhonig (auch Sommerhonig genannt) aus Honigtau. Die Bienen übernehmen die zuckerhaltige Ausscheidung von pflanzensaugenden Blatt- und Schildläusen, speichern sie in der Honigblase ab und tragen sie zum Stock.

Laut Ernst Halbheer, Berater des Imkervereins Bezirk Hinwil, hat auch seine Region ein eher schwaches Jahr hinter sich. «Die erste Ernte im Frühling hat gut ausgesehen, doch die zweite Ernte im Sommer hat einen schlechten Durchschnitt verzeichnet.» Grund dafür sei, dass sich die Läuse aufgrund des Kälteeinbruchs im Juli nicht entwickelt haben und der Waldhonig deshalb ausgefallen ist.

Genaue Zahlen der diesjährigen Honigernte sind noch in keiner Region bekannt. «Die Ernteerhebung wird jeweils erst im Oktober durchgeführt. Aus Gesprächen geht aber hervor, dass es eher ein schlechtes Honigjahr war», sagt Dieter Schürer, Präsident der Schweizerischen Honigkommission.

Sauerbrut variiert je nach Region

Seit 1991 hat die sich Sauerbrut, eine bakterielle Brutkrankheit, gegen die es noch kein Bekämpfungsmittel gibt, in der Schweiz jährlich weiterverbreitet. Gemäss einer Statistik des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET) hatte die Schweiz in diesem Jahr mit 506 Fällen zu kämpfen. Im Bezirk Pfäffikon ist es dieses Jahr besonders schlimm. «Die Sauerbrut hat gegenüber anderen Jahren deutlich zugenommen. Wir haben acht bis zehn neue Fälle allein in Pfäffikon», sagt Ernst Schuler. Die Krankheit betreffe den ganzen Bezirk und weite sich immer mehr in Richtung St. Gallen aus.

Der Befall unterscheidet sich im Zürcher Oberland von Region zu Region. In Hinwil sei die Situation nicht so gravierend wie beispielsweise in Turbenthal, sagt Halbheer. «Wir sind nur von ein paar Fällen betroffen. Das Heimtückische der Krankheit ist, dass sie schwierig festzustellen ist.» Die einzige Bekämpfung sei die Vernichtung des Bienenstocks.

Hobbyimker Christian Diener aus Wildberg wurde bisher von der Sauerbrut verschont: «Persönlich bin ich noch nicht betroffen, doch in Wildberg gibt es auch schon einen Fall.»

In der Region bietet jeder Imkerverein Kurse für Interessierte an. In den letzten Jahren haben in Pfäffikon die Kursbesucher stark zugenommen. «Vor allem jüngere Leute zeigen immer mehr Interesse. Unsere Teilnehmer reichen von Schülern bis zu Senioren», sagt Schuler. Wahrscheinlich liege ihr Erfolg an ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Der Verein versucht, mit verschiedenen Ausstellungen bei den Leuten präsent zu sein. In Pfäffikon liegt der Nachwuchs bei den Imkern eher im mittleren Alter. «Viele Jungimker kommen in den Kurs, hören aber danach ziemlich schnell wieder auf», sagt Halbheer. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.09.2008, 21:39 Uhr

Abo

Digitale Abos - Neu ab 18.- pro Monat

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Jetzt neu ab 18.- CHF pro Monat.

Blogs

Blog Mag Preise und Werte

Outdoor Adieu Outdoorblog, hallo Berg

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Blas mir in die Muschel: Ein australischer Aborigine begrüsst in Sydney einen Einwohner der Torres-Strait-Inseln mit einem Ton aus einer Muschel (28. Juni 2017).
(Bild: David Gray) Mehr...