Eine Handyantenne auf Wohnhaus wird in Fällanden doch bewilligt

Im zweiten Anlauf erhält Sunrise die Bewilligung für eine Antenne mitten in Fällanden. Den Gegnern fehlen die finanziellen Mittel – sie legen darum die Hände in den Schoss.

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«Wir müssen offenbar der wirtschaftlichen Macht der Mobilfunkanbieter klein beigeben», seufzt Werner Moser. Der Rentner resignierte, nachdem er erfuhr, dass die Gemeinde dem zweiten Gesuch von Sunrise stattgegeben hatte. Die Mobilfunkanbieterin will auf dem Dach des Wohnhauses an der Wigartenstrasse 8 eine Antennenanlage erstellen.

Gegen das erste Bauvorhaben hatte der 72-jährige Fällander mobil gemacht. Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) stellte dann bei der Prüfung des Gesuches in den ersten Plänen Mängel fest. Hätte Sunrise das Vorhaben wie geplant ausgeführt, hätte die Anlage die Grenzwerte teilweise überschritten.

Darauf überarbeitete die Mobilfunkanbieterin ihr Gesuch. Dieses bewilligte der Gemeinderat kürzlich. 78 Personen hatten den baurechtlichen Entscheid angefordert und sind somit berechtigt, einen Rekurs einzureichen. Unter ihnen auch Moser. Ihm fehle als Rentner aber das nötige Kleingeld, um weiter gegen das Bauvorhaben vorzugehen: «Da ich keine eigene Notenpresse besitze, werde ich auf einen Rekurs verzichten.» Zudem würde das Anrufen der nächsten Instanz lediglich eine Bauverzögerung von zwei Jahren nach sich ziehen. «Und ob sich die Situation in dieser Zeit durch technische Entwicklungen oder tiefere Grenzwerte verändert, ist fraglich.» Fände sich ein Sponsor, würde sich Moser den Gang vor die Baurekurskommission überlegen.

Gemeindepräsident Richard Hirt (CVP) bedauert angesichts des Widerstandes in der Bevölkerung den Entscheid. «Wir haben die letzten Entscheide der Baurekurskommission genau beobachtet und die Aussichtslosigkeit der Rekurse festgestellt», sagt Hirt. Der Gemeinderat habe darum beschlossen die Kasse der Gemeinde nicht durch einen hoffnungslosen juristischen Kampf zu belasten. «Dies wäre angesichts der rechtlichen Sachlage eine Alibiübung.»

Der Gemeinderat werde aber bemüht sein, die Einhaltung der Grenzwerte penibel genau zu überprüfen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.09.2008, 21:54 Uhr

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