Eine Million Franken für zwei Mittagstische

Im September stimmen die Richterswiler an der Urne über einen Kredit für zwei neue Mittagstische ab. Die Investitionen belaufen sich auf 930'000 Franken.

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Die Schulpflege hatte für den Orientierungsabend vom Mittwoch mit etwa 60 Eltern gerechnet. Weit über 200 Personen strömten in den Chünge-Saal. Eilig wurden zusätzliche Stühle herbeigeschafft und die Empore geöffnet. «Dieser Andrang zeigt, dass Bildung ein wichtiges Thema ist», sagte Schulpräsident Marco Rada (FDP). Die Richterswiler Schulpflege hatte zur Orientierung geladen, um über die Einführung der geleiteten Schulen zu informieren, die auf dieses Schuljahr erfolgt ist. Sie sagte auch, wie weit das neue Volksschulgesetz bereits umgesetzt ist.

Unter dem Stichwort Tagesstrukturen orientierte Rada die Eltern darüber, dass die Schulpflege nächstes Frühjahr in Richterswil zwei Mittagstische einrichten will. Die Kosten dafür liegen fast in der Höhe einer Million Franken:

  • Im Schulhaus Boden, dessen Erweiterung derzeit im Gang ist, sollen 112 Plätze entstehen, für Kindergärtler, Primar- und Sekundarschüler. Die verschiedenen Altersklassen würden getrennt verpflegt und betreut, erklärte Rada. Dafür sei eine Investition von 360'000 Franken notwendig.
  • Im Schulhaus Feld 1 sind 62 Plätze vorgesehen, für Kindergärtler und Primarschüler. Für den Umbau von Kellerräumen ist laut Rada eine Investition von 570'000 Franken nötig. Dieses Projekt ist teurer als jenes im Schulhaus Boden, weil dort die Projektierungskosten im Neubauprojekt enthalten waren, und der Rohbau bereits steht.

Abstimmung am 28. September

«Wir wollen kein Vier-Sterne-Angebot», nahm Rada kritische Einwände vorweg. «Aber wir wollen eine gute Lösung in puncto Betreuung.» Neben einer professionellen Betreuung ist der Schulpflege eine gesunde und vollwertige Verpflegung wichtig. Der Preis für ein Mittagessen ist vom Einkommen der Eltern abhängig, im Schnitt beträgt er 14 Franken. Das Richterswiler Stimmvolk muss am 28. September über diese Vorlage befinden.

Die Schulbehörde ist sich sicher, dass die Richterswiler dem Kredit zustimmen werden. Rada verweist auf die Befragung aller Eltern, die 2007 durchgeführt wurde. Sie zeigte, dass sich 39 Prozent eine schulergänzende Betreuung wünschen. 53 Prozent gar hatten Betreuungsbedarf für Kleinkinder angemeldet. Auf die grösste Akzeptanz sei das Mittagstisch-Angebot gestossen. Am meisten gefragt war es an zwei Tagen pro Woche.

Zusätzliche Ferienwoche

Am Orientierungsabend wurden zudem die neuen Schulleiterinnen und -leiter vorgestellt, die nach den Sommerferien ihre Arbeit aufgenommen hatten. Es sind dies: Andreas Bächler in der Schuleinheit (SE) Boden, Sacha Mannhart in der SE Dorf, Sarah Sieber in der SE Feld 1, Lucretia Emma in der SE Feld 2 sowie Zoi Dellios in der SE Samstagern.

Die Richterswiler Schüler erhalten vom 2. bis zum 6. März 2009, anschliessend an die Sportferien, eine zusätzliche Ferienwoche. Die Schulleiterinnen und -leiter werden dann zusammen mit den Lehrpersonen pro Schuleinheit ein Schulprogramm erarbeiten. Sie werden auch über Eltern-Mitwirkung, Schüler-Partizipation sowie neue sonderpädagogische Angebote diskutieren. Diese drei Punkte, die das neue Volksschulgesetz verlangt, sollen in Richterswil 2010 eingeführt werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.08.2008, 08:35 Uhr

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