Eingliederungsprojekt am Bahnhof Kloten bietet jetzt auch Arbeit an

Aus der alten Kontakt- und Anlaufstelle in Kloten ist das Gleis 5 geworden, wo neu auch kleine Jobs verrichtet werden können. Gestern war Tag der offenen Tür.

Gleis-5-Projektleiterin Karin Schenkel (l.) half gestern am Tag der offenen Tür im Klotener Pavillon tatkräftig mit.

Gleis-5-Projektleiterin Karin Schenkel (l.) half gestern am Tag der offenen Tür im Klotener Pavillon tatkräftig mit. Bild: Yvon Baumann

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«Fast der ganze Stadtrat ist in corpore bei uns aufgekreuzt», erzählt Karin Schenkel. Sie ist Leiterin des schwarzen Pavillons unterhalb des Kinos Claudia mitten in Kloten und freute sich über den unerwarteten Besuch der Stadtregierung von gestern Vormittag. Denn, das Gleis 5 hatte am gestrigen Tag seine Türen für alle Interessierten aus der ganzen Bevölkerung geöffnet. Ansonsten treffen sich hier vor allem – aber nicht nur – Menschen, die es im Alltag besonders schwer haben, die den Anschluss im Leben zum Teil verloren haben. «Ein grosser Teil unserer Klientel sind psychisch angeschlagene oder behinderte Menschen, die eine Invalidenrente beziehen.»

Aus dem Innern strömt auch kurz nach Mittag noch ein feiner Duft orientalischen Essens. «Heute hat unsere libanesische Wiedereinsteigerin für alle gekocht», erfährt man beim Rundgang. Seit wenigen Monaten bietet das Gleis 5, das im Auftrag der Stadt Kloten und den beiden Landeskirchen von der Plattform Glattal betrieben wird, «Raum für Begegnung und Arbeit».

Begegnungen fanden auch in der alten Kontakt- und Anlaufstelle statt, die zuvor am selben Ort, gleich neben der Altstoffsammelstelle beim grossen Kiesplatz am Bahnhof Kloten stand. Neu gibt es dort jetzt aber auch Arbeit. Und zwar in der Velowerkstatt, ganz hinten im Pavillon. Dort bringt Claude Naef zusammen mit mehreren Eingliederungswilligen, die tage- oder auch nur stundenweise arbeiten möchten, alte Fahrräder auf Vordermann. Immer den Möglichkeiten seiner Klienten angepasst. «Durch den Verkauf der Velos holen wir wieder ein bisschen unserer Unkosten rein», sagt er. Im eigenen Gemüsegarten wollen die Tomaten, Salate, Mais und Kürbisse gepflegt sein. Und in der Küche helfen ebenfalls Menschen, die seit längerem keine Anstellung mehr fanden, täglich ein Mittagsmenü für 7 Franken für die Benützer der Anlaufstelle und auch alle anderen Interessierten zu kochen, wie Karin Schenkel betont.

Hilfe zur Selbsthilfe gilt noch immer

Die neue Einrichtung unmittelbar neben der Bahnlinie bietet aber noch mehr als Begegnung und Beschäftigung. «Geld allein bringt oft nicht viel», weiss Karin Schenkel, «die Zeiten haben sich geändert.» Deshalb leiste man «Hilfe zur Selbsthilfe». «Wir beraten und unterstützen unsere Klienten und zeigen ihnen auf, wie sie ihre Situation verändern können.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.09.2008, 17:29 Uhr

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