FCB ist auf Champions-League-Kurs

Basel erarbeitete sich im Hinspiel der 3. Runde der Qualifikation zur Champions League bei Vitoria Guimaraes mit dem 0:0 eine gute Ausgangslage für das Rückspiel.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit einem Sieg in zwei Wochen würde sich der FCB erstmals seit sechs Jahren wieder für die lukrative Gruppenphase qualifizieren.

War die Promotion für die finale Qualifikations-Runde auch auf einen geschenkten Handpenalty im Rückspiel gegen Göteborg zu verdanken, profitierten die Basler diesmal in zwei kritischen Szenen von einem grosszügigen Schiedsrichter. Grzegorz Gilewski unterschlug Vitoria Guimaraes zumindest einen klaren Handpenalty. Der FCB verdiente sich das Remis jedoch mit einer konzentrierten Abwehrleistung gegen Portugiesen, denen es während der gesamten Partie an Durchsetzungsvermögen fehlte.

Grosse Zuversicht im Basler Lager

Die Zuversicht in Guimaraes war schon vor der Partie gross. Stolz trugen einige Fans bereits das weisse Vitoria-Shirt, auf dem auf der Rückseite das Logo der Champions League und auf den Ärmeln «100%» aufgedruckt ist. Und schon vor dem Spiel hatte der Tenor gelautet, dass ein 2:0-Erfolg ein perfektes Resultat wäre. Das 0:0 dürfte dem Team von Christian Gross sicher besser passen als dem Vitoria Sport Clube. Er legte im Hinspiel das Zeugnis ab, warum er in der vergangenen Saison in 30 Meisterschaftspartien nur 35 Treffer erzielt, aber auch nur 31 kassiert hatte.

Das Heimteam benötigte rund eine halbe Stunde, um gefährlich Fahrt aufzunehmen. Zu Beginn der Partie schien Basel das Geschehen weitestgehend unter Kontrolle zu haben, auch wenn die Portugiesen mehrheitlich in Ballbesitz waren. Auf der anderen Seite gelang es Basel kaum, die erhofften Nadelstiche zu setzen. Die besten Möglichkeiten hatten Abwehrchef David Abraham, der nach einem Corner den Ball aus kurzer Distanz jedoch statt ins Tor von diesem Weg drosch (9.) und Eren Derdiyok, der auf Tor stürmend an Strafraumgrenze etwas überhastet und entsprechend harmlos abschloss (47.). Den mitgelaufenen Carlitos in der Mitte hatte der Nationalspieler übersehen.

Nach acht Minuten wurden die Probleme von Guimaraes, das erst am 22. August seinen Saisonstart in der Primeira Liga haben wird, offensichtlich. Mit einem schönen Doppelpass spielte Carlitos am Strafraum Valentin Stocker frei, doch vergab der Neo-Nationalspieler praktisch unbedrängt vor Keeper Nilson. Die Offside-Falle von Vitoria, das im Vergleich zur vergangenen Saison beide Innenverteidiger zu ersetzen hatte, funktionierte nicht.

Das schnelle Kombinationsspiel von Guimaraes verfehlte seine Wirkung jedoch nicht lange. Immer wieder fanden die Portugiesen auf den Flügeln freie Räume, und nach einer halben Stunde brodelte das Dom Afonso Henriques erstmals. Marcos Gelabert sprang der Ball aus kurzer Distanz an den angewinkelten Ellbogen. Noch eindeutiger war die Szene knapp zwei Minuten später, als sich François Marque im Stile eines Volleyballers in den Schuss von Douglas warf und den Ball mit der Hand abwehrte. Schiedsrichter Grzegorz Gilewski verweigerte auch in dieser Situation den Handpenalty.

Zwischen den beiden strittigen Handszenen im Basler Strafraum verfehlte Marquinho das Tor mit einem Schuss aus der Drehung nur knapp. Die Viertelstunde vor der Pause war die beste Phase der Heimmannschaft, die die Basler wiederholt ins Wanken brachten. Gefallen ist der Abwehrwall des FCB jedoch nicht. Im mit 21 452 nur zu zwei Dritteln gefüllten Stadion, das nach dem ersten portugiesischen König Afonso I., dem Eroberer, benannt ist, schien es das erste Ziel des FCB, keinen Treffer zuzulassen.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur zehn Minuten, bis der Dritte der vergangen portugiesischen Meisterschaft den Tritt fand. Die schnellen Aussenläufer Desmarets und Marquinho resp. Carlitos nach der Pause setzten sich immer wieder auf den Seiten durch. Basel kam zupass, dass die Flanken den ansonsten technisch versierten Flügelspieler selten einen Adressaten hatten.

Jürgen Gjasulas ungemütlicher Tag

Auch sonst gelang es Guimaraes kaum noch, Lücken in den Basler Abwehrverbund zu reissen. Reto Zanni fand nach durchzogenem Beginn spätestens mit der Pause zur gewohnten defensiven Stabilität, auch wenn ihm der starke Franzose Desmarets wiederholt Probleme bereitete. Entsprechend selten waren die Vorstösse des Aussenverteidigers. Mit zunehmender Fortdauer der Partie adaptierten sich Basler Defensivspieler an die Überlegenheit des Gegners punkto Schnelligkeit; die Pässe in die Tiefe fingen sie meist frühzeitig ab.

Unruhe herrschte im Basler Lager nicht nur wegen des Gezerres um die TV-Übertragung. Das Schweizer Fernsehen hatte die Aufbereitung der Höhepunkte des Olympiatages dem bis dato wichtigsten Rendez-vous in dieser Saison des FCB auf der europäischen Bühne vorgezogen. Auch Jürgen Gjasula erlebte einen ungemütlichen Tag. Der fürs zentrale Mittelfeld vorgesehene Deutsche musste sich notfallmässig einen Zahn ziehen lassen und war entsprechend am Abend nicht einsatzbereit.

(fal/si)

Erstellt: 14.08.2008, 08:46 Uhr

Abo

Weekend-Abo

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Blogs

Politblog Gute Politikerin = sexy Frau

Mamablog Best of: Warum meine Tochter keinen Bikini trägt

Die Welt in Bildern

Sprung ins kühle Nass: Das warme Wetter zieht die Leute in Zürich nach Draussen (25. Mai 2017).
(Bild: Walter Bieri) Mehr...