Frohmatt: Keine Fehler, nur falsche Entscheide

Nochmals ordentlich poltern: Der Wädenswiler Gemeinderat debattierte über den Bericht zum Frohmatt-Debakel. In den nächsten Wochen will der Stadtrat eine neue Weisung vorlegen.

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Als die Arbeitsgruppe der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) Anfang Juli den Bericht zum «Frohmatt-Debakel» vorlegte, gingen die Wogen hoch: Der Bericht bezeichnete weder Schuldige, noch nannte er konkrete Fehler – und das passte den Parteien nicht. Die Arbeitsgruppe sollte untersuchen, wie es dazu gekommen war, dass alle Wettbewerbsteilnehmer für die Sanierung der Frohmatt weit über dem Kostenrahmen von 15 bis 20 Millionen offeriert hatten.

Fehler statt Schuldige suchen

Am Montagabend kam der Bericht zur Debatte in den Gemeinderat. «Es war nie die Absicht, im Bericht einzelne Schuldige auszumachen», sagte der Vorsitzende der Arbeitskommission, Reto Wullschleger (BFPW). 18 Stunden haben er, Christoph Hirzel (SP) und Gian Fadri Gattiker (FDP) die «Angelegenheit Frohmatt» untersucht. Wullschleger bezichtigte die Parteien der «werbewirksamen Enttäuschung» über den Bericht. Auch Gattiker verurteilte polemische Töne und Schuldzuweisungen: Man habe nun eine konstruktive Auslegeordnung der Vorkommnisse.

Nicht ganz so gelassen wie seine Vorredner war SVP-Fraktionspräsident Heini Hauser: Er sprach von Vertrauensmissbrauch. Seine Partei sei nur nach Intervention des Stadtpräsidenten davon abgerückt, die Absetzung des verantwortlichen Stadtrats Sepp Dorfschmid (SP) aus der Baukommission zu fordern. «Stockers beschwichtigenden Worten und der Tatsache, dass er neu selber in der Baukommission Einsitz nimmt, ist es zu verdanken, dass wir von der SVP wieder etwas Vertrauen gefasst haben», sagte Hauser. Seine Partei fordere vom Stadtrat nun schnellstmöglich eine neue Weisung.

Christof Hirzel nahm daraufhin Parteikollege Dorfschmid in Schutz: Die Baukommission trage die Verantwortung für ein «äusserst komplexes Projekt». Er sah es als Mitglied der Arbeitsgruppe als seine Aufgabe an, dem Rat «die Komplexität aufzuzeigen». Seine Ausführungen trugen Hirzel eine Ermahnung durch Gody Pfister (SVP) ein: Er solle langsam zum Ende kommen. Das tat Hirzel: «Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Baukommission keine Fehler begangen, sondern zu den jeweiligen Zeitpunkten falsche Entscheidungen getroffen hat.»

Stadtrat Dorfschmid gewann dem abgebrochenen Wettbewerb auch Positives ab – betonte aber, er wolle sich nicht aus der Verantwortung reden. Immerhin habe man zu einem frühen Zeitpunkt Abweichungen festgestellt. Mit dem neuen Projekt sei man bereits sehr weit, sagte Dorfschmid: In einigen Wochen hätten die Parteien eine neue Weisung auf dem Tisch – «und ich bin guten Mutes, dass sich das neue Projekt im Rahmen von 15 bis 20 Millionen Franken bewegen wird». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.09.2008, 21:58 Uhr

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