Gemeinde reagiert auf tragischen Unfall

Am Tag nach dem tödlichen Unglück im Weiher am Ende des Heslibacher Tobels bleiben verschiedene Fragen offen. Die Gemeinde Küsnacht ergreift erste bauliche Massnahmen.

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Am Nachmittag liegt der Heslibach-Weiher ruhig da. Eine Ölsperre, das Absperrband der Polizei und Ölbinder, der auf dem Wasser treibt, erinnern an den Unfall vom Vorabend, bei dem eine 80-jährige Küsnachterin nur noch tot ge­borgen werden konnte (TA vom 5. 8.). Eine Hündelerin steht am Weiher und betrach­tet die Szene. «Tragisch, was da passiert ist», sagt sie. Sie habe die Verunfallte, die nur 150 Meter vom Unfallort entfernt ge­wohnt hat, gekannt. «Niemand hat es ver­dient, so zu sterben.» Wie es zum Unfall gekommen ist, kann sie sich nicht erklären. «Vielleicht waren ja gesundheitliche Pro­bleme im Spiel», mutmasst sie und zieht mit ihrem Vierbeiner tobelaufwärts.

Später nähert sich ein älterer Spazier­gänger aus dem Wald. Er habe in der Zei­tung vom Unglück gelesen und wolle sich vor Ort ein eigenes Bild machen. «Ich kann mir einfach nicht erklären, wie man mit ei­nem Auto in den Weiher geraten kann», sagt er und schüttelt fassungslos den Kopf. Die Lenkerin habe vielleicht das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt, vermutet er. Oder sie habe die enge Kurve direkt beim Weiher unterschätzt. Er sei froh, dass nicht noch mehr Menschen im Auto waren und sich bei der aufwendigen Rettung niemand verletzt habe. Auch er zieht schweigend von dannen. Die Betroffenheit im Quartier ist gross.

Hündeler-Parkplatz bleibt bestehen

Arnold Reithaar, Sicherheitsvorstand der Gemeinde Küsnacht, war am Montag selber am Ort des Geschehens. Bisher habe es beim Weiher nie einen ähnlichen Zwischenfall gegeben. Jahrelang habe der Holzzaun genügt. «Wir werden aber auf den Unfall reagieren und einen massive­ren Zaun aufstellen, mit betonierten So­ckeln und stabilen Eisenrohren», sagt Reithaar. Ein Parkverbot auf der Kiesflä­che, die zwei Autos direkt am Ufer des Weihers Platz bietet, sei aber kein Thema. «Der Parkplatz ist bei Hündelern sehr be­liebt. Er ist praktisch, sie können rück­wärts einfahren und ihre Vierbeiner sicher in den Wald springen lassen, ohne dass es auf der Strasse zu gefährlichen Situationen kommt», sagt der Sicherheitsvorstand.

Direkt nach dem Unfall wurde im Kien­ast- Park, am Einfluss des Heslibachs in den Zürichsee, sicherheitshalber eine Ölsperre errichtet. «Zwei Feuerwehrmänner kon­trollieren in regelmässigen Abständen, ob das Wasser des Baches verschmutzt ist», erklärt Reithaar. Wenn sich keine Ver­schmutzungen nachweisen liessen, werde die Sperre am Abend abgebrochen.

Ermittlungen in alle Richtungen

Die Ermittlungen der Kantonspolizei laufen auf Hochtouren. «Wir gehen von einem Unfall aus», sagt Kapo-Medienspre­cher Werner Benz. Man setze alles daran, herauszufinden, wie die Frau mit ihrem Auto in den Weiher geraten sei. Dabei un­tersuche man die ganze Bandbreite, von einem technischen Defekt bis hin zu ge­sundheitlichen Problemen der Fahrerin. Entsprechende gerichtsmedizinische Un­tersuchungen seien im Gang.

Die Leiche der 80-jährigen Frau und ihr Ford Fiesta wurden am Montagnachmittag im Weiher gefunden. Ein Zumiker Gemein­depolizist barg die Rentnerin aus dem Was­ser. Danach schwamm er noch einmal zum Auto zurück, um sicher zu gehen, dass sich niemand mehr darin befindet. «Das Verhal­ten des Polizisten war sehr mutig. Ich möchte ihm für seinen tollen Einsatz dan­ken », sagt Reithaar. Später suchten Tau­cher der Seepolizei den Grund des Weihers ab. Um 19 Uhr wurde das Auto geborgen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.08.2008, 17:52 Uhr

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