Gemeindehausumbau: Mieter auf die Strasse gesetzt

Noch bevor spruchreif ist, ob in Niederweningen das Gemeindehaus umgebaut werden kann – die Gemeindeversammlung muss dem Geschäft noch zustimmen –, setzt die Verwaltung die Mieter der Wohnung im Obergeschoss per Ende November auf die Strasse.

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«Die Kündigung zwecks Eigenbedarfs durch die Gemeinde kam für meine Frau und mich überraschend», sagt Thomas Buck. Zwar sei ihnen bewusst gewesen, dass sie früher oder später die Wohnung verlassen müssten, doch dass dies so kurzfristig passieren muss, nicht. In Gesprächen mit dem Gemeindeschreiber und der Gemeindepräsidentin sei nie ein so rasches Vorgehen thematisiert worden, sagt Buck. «Vor zwei Jahren kündete die Gemeindepräsidentin an, dass Umbaupläne in Angriff genommen würden. Also haben wir begonnen, unser eigenes Haus zu planen, und rechnen damit, nach einigen Verzögerungen im Frühjahr einziehen zu können.»

Doch was sollen Bucks in den Monaten zwischen Dezember und ihrem Einzugstermin tun? «Wir sprachen mit unseren Ansprechspersonen in der Gemeinde, doch ist da kein Zeichen von einem Entgegenkommen zu sehen», sagt Buck. Für ihn scheint es so, als sei der Gemeinde egal, was mit ihnen passiere.

Alternative angeboten

Gemeindepräsidentin Andrea Weber zeigt wenig Verständnis für das Ehepaar Buck. Ihr Mietvertrag enthalte die spezielle Klausel, dass dieser auf Ende jeden Monats mit drei Monaten Kündigungsfrist aufgelöst werden könne. «Und dass es bald so weit sein wird, wussten die Bucks. Ich selbst habe sie im Frühling darüber informiert, dass wir für den Herbst einen Umbau planen.» Ursprünglich hätte denn auch bereits die Gemeindeversammlung vom Sommer über den Kredit befinden sollen, doch war das Projekt noch nicht so weit. In den vergangenen Monaten hatten laut Weber mehrmals Architekten und Handwerker Zugang zu Bucks Wohnung, um kommende Arbeiten zu planen. «Für mich ein klares Zeichen, dass es bald losgehen muss», sagt Weber.

Die Gemeinde bot den Bucks als Übergangslösung eine 4½-Zimmer-Wohnung sowie weiteres Entgegenkommen bei speziellen Bedürfnissen an, doch lehnten diese ab. «Der Aufwand, innerhalb weniger Monate zweimal zu zügeln und die Schriften zu ändern, war uns zu gross», sagt Buck. (los/TA)

Erstellt: 17.09.2008, 21:50 Uhr

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