Grosse Paintball-Anlage in Wila geplant

Auf dem Areal des ehemaligen Werkhofs einer Baufirma soll eine Paintball-Arena entstehen. Der Betreiber rechnet nicht mit Widerstand. Für ihn ist Paintball kein Kriegsspiel, sondern Spass.

Für die Paintball-Anlage soll der ehemalige Werkhof (vorne) mit einem hohen Zaun versehen werden.

Für die Paintball-Anlage soll der ehemalige Werkhof (vorne) mit einem hohen Zaun versehen werden. Bild: Peter Würmli

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Eine Gruppe schwarz gekleideter Personen feuert hinter einem ausrangierten Auto hervor, ein junger Mann mit Helm und Maske sucht Deckung neben aufgestapelten Autoreifen, zwei Typen rennen durch eine Kulisse aus Mauern, Sandsäcken und halb fertigen Häusern. Mit den Bildern auf ihrer Website verkauft die Firma Paintball-Arena das Spiel mit den waffenähnlichen «Markierern» als Räuber-und-Poli mit hohem Spassfaktor für Erwachsene. Die Luzerner Firma betreibt in Perlen LU und in Schänis SG zwei Hallen für Paintball-Fans sowie im Kanton Glarus ein riesiges Waldspielfeld.

Nun soll in Wila eine weitere Anlage dazu kommen, und zwar auf dem Areal des ehemaligen Werkhofs der Bauunternehmung BWT im Wiesental. Rund ein Drittel der Paintball-Arena soll in den bestehenden Gebäuden untergebracht werden, der Rest ist als Aussenanlage geplant, weshalb ein hoher Zaun nötig ist. Dieser soll die mit Lebensmittelfarbe gefüllten Geschosse auffangen und ist Bestandteil des gestern publizierten Baugesuchs. Mit seinen 10 000 Quadratmetern wäre das Projekt eine der grössten Paintball-Anlagen in der Schweiz.

Anlage gut für das Image

«Wir hoffen, dass wir unsere Pläne in Wila bis Mai oder Juni kommenden Jahres verwirklichen können», sagt Marco Marti, Geschäftsführer der Firma Paintball-Arena. Er rechnet nicht mit Widerstand aus der Bevölkerung. «Bisher hatten wir nie Probleme.» Im Gegensatz zu einem anderen Paintball-Organisator: Gegen dessen Projekt im thurgauischen Bottighofen liefen die Anwohner im Jahr 2005 Sturm. Durch die Verzögerung musste sich der Investor nach einem anderen Standort umsehen, auch wenn er letztlich alle Bewilligungen erhalten hatte.

«Paintball-Spieler sind keine Rambos», ärgert sich Marti über oft gehörte Vorurteile. «Bei Sportschützen käme ja auch niemand auf die Idee, so etwas zu behaupten.» Paintball habe mit Kriegsspielen nichts zu tun, sondern bedeute Spass und werde sowohl von Lehrlingen wie auch von Geschäftsleuten betrieben. Sportklubs und Firmen gehörten zu den besten Kunden, sagt Marti. «Paintball wird von vielen als Sport betrieben, es gibt Klubs und in Ligen organisierte Wettkämpfe.» Er ist überzeugt, dass eingezäunte Anlagen wie die in Wila gut für das Image von Paintball sind. Denn dadurch würden die Leute ihr Hobby weniger in den Wäldern ausüben, was ahnungslose Spaziergänger zuweilen erschrecken könne. Bis Paintball in der Schweiz eine Akzeptanz erreicht hat wie in Russland oder vor allem in den USA, dürfte es aber noch ein wenig dauern. Dort gebe es professionelle Spieler, Firmen wie Pepsi engagierten sich als Sponsoren, und einige Wettkämpfe würden sogar im Fernsehen übertragen, weiss Marti.

In baurechtlicher Hinsicht scheint die Paintball-Arena in Wila gute Chancen zu haben. «Die Baukommission steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber», sagt Bausekretär Martin Weber. Nun müsse sich noch der Kanton mit dem Gesuch befassen. Die kantonale Baudirektion hat Paintball zwar kürzlich in den Wäldern verboten. Die Begründung zielte jedoch auf die Belastung für den Wald, nicht aber gegen Paintball an sich. Das Vorhaben in Wila wird nun in erster Linie wegen dessen möglichen Auswirkungen der Farbkugeln auf das Grundwasser und die benachbarte Töss geprüft. Weber rechnet in diesem Zusammenhang allerdings nicht mit Problemen.

Freizeitanlage für alle

Gemeindepräsidentin Monika Kradolfer (parteilos) wäre glücklich darüber, wenn in Wila eine Paintball-Arena entstehen würde. «Ich befürworte eine Freizeitanlage, wo alle hingehen können», sagt sie. Für Kradolfer hat Paintball nichts mit Kriegsspielen zu tun. «Ich finde es gut, wenn sich die Leute auf spielerische Weise austoben können.» Paintball sei völlig harmlos und mit Sport zu vergleichen, deshalb habe man sich im Gemeinderat auch nicht gegen das Projekt gestellt. Dass einige Wilemer moralische Bedenken haben könnten, könne sie zwar nicht ausschliessen. «Aber dann muss man auch einen normalen Schiessstand in Frage stellen», betont sie. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.08.2008, 08:43 Uhr

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