Hallenbad Wald eröffnet später als geplant

Beim Umbau des Hallenbads Wald haben Unternehmer gepfuscht. Die Mängel sind noch immer nicht behoben.

An Aquafit und Schwimmunterricht ist nicht zu denken: Die Unternehmer sind sich noch nicht einig, wie sie das Hallenbad Wald sanieren wollen.

An Aquafit und Schwimmunterricht ist nicht zu denken: Die Unternehmer sind sich noch nicht einig, wie sie das Hallenbad Wald sanieren wollen. Bild: Christoph Kaminski

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Liter um Liter ist das Kondenswasser im Hallenbad Wald über Wochen die Wände hinuntergeronnen. An den roten Wänden beim Liegebereich hat es schwarze Spuren hinterlassen.

Die roten Wände mit schwarzem Muster sind derzeit das Einzige, was daran erinnert, dass das Hallenbad im Dezember 2006 in mediterranen Farben erstrahlte. Bauarbeiter haben die orangen Wände und die weisse Decke heruntergerissen. Ein riesiges Gerüst füllt das ganze Bassin bis hinauf zur ehemaligen Decke. An Aquafit und Schwimmunterricht ist nicht zu denken.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Im Dezember 2006 konnten die Badmeister der Bevölkerung ein komplett saniertes Bad präsentieren, inklusive neuem Whirlpool. Der vorher abbruchreife Bau war kaum wiederzuerkennen. Drei Millionen Franken hatte der Umbau des tristen Gebäudes aus den 70er-Jahren gekostet, 85 Prozent der Stimmberechtigten hatten Ja dazu gesagt.

Doch die Freude am neuen Hallenbad hielt nicht lange an. Ein Jahr nach der Eröffnung hinterliess das hinunterrinnende Kondenswasser bereits erste Spuren. Aussen am Gebäude bildeten sich in den Wintermonaten Eiszapfen, die Scheiben waren ständig beschlagen. Den Badmeistern war schnell klar, dass etwas nicht stimmen konnte. Werner Looser, der die Gemeinde Wald vertrat, mahnte die beteiligten Unternehmer vorsorglich mit einer Mängelrüge ab. Mit solchen Rügen hat der 63-jährige Erfahrung. Looser, der in seiner Funktion als Geschäftsführer des Elektrizitätswerks Wald auch 25 Jahre für den Betrieb des Hallenbads verantwortlich war und noch bis Ende Jahr projektbezogen arbeitet, musste sich bereits nach dem Neubau der Kläranlage mit solchen befassen.

Nach Loosers Mängelrüge nahmen die Unternehmer Stellung und zogen ihre Versicherungen bei, ein externer Ingenieur verfasst eine unabhängige Expertise. Es zeigte sich, dass unter anderem die heiklen Übergänge zwischen Wand und Decke nicht luftdicht verklebt und die Isolation fehlerhaft angebracht worden war. Mittlerweile hielt bereits der Sommer Einzug, die Schwimmbegeisterten wechselten ins Freibad. Gemeindeschreiber Max Krieg rechnete mit einer Wiedereröffnung des Hallenbads im September – anstatt am Ende der Sommerferien.

Mittlerweile ist klar: Erst ab November werden die Schwimmer, Schüler und Senioren das Bad wieder in Besitz nehmen können – «voraussichtlich», wie Looser sagt. Um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden, setzte die Gemeinde Wald auf Verhandlungen und pragmatische Lösungen. «Der Generalplaner hat zusammen mit einer am Schaden beteiligten Firma die Bevorschussung von bereits aufgelaufenen Kosten übernommen und unterstützt das Bestreben, das Bad so rasch wie möglich zu öffnen», betont Looser.

Zügig voran geht es mit den Sanierungsarbeiten deswegen aber nicht. Denn die Unternehmer, die für die Mängel verantwortlich sind, dürfen laut geltendem Recht selber entscheiden, auf welche Art sie die Schäden beheben wollen. Das Problem: Sie sind sich noch nicht einig, wie das geschehen soll. «Bis in ein oder zwei Wochen sollte die Lösung spätestens vorliegen», erklärt Looser. Nach dem Entscheid, wer was wie macht, können die Bauarbeiten beginnen. Sie werden schätzungsweise einen Monat in Anspruch nehmen.

Wald will Schadenersatz

Für die Behebung der offensichtlichen Mängel wird laut Looser mit rund 300'000 Franken gerechnet. Die betroffenen Unternehmer beziehungsweise deren Versicherungen müssen den grössten Teil davon übernehmen. Schätzungsweise 20 Prozent davon wird die Gemeinde Wald aber selber bezahlen müssen und zwar für alte Mängel, die bereits vor der Sanierung bestanden. Noch offen ist laut Looser, wie hoch die Schadensersatzforderung sein wird, welche die Gemeinde Wald den Unternehmern für die fehlenden Einnahmen der letzten Wochen stellen will. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.09.2008, 19:44 Uhr

Blogs

Sweet Home Das tut Frauenwohnungen gut

Geldblog Was bei Geldanlagen wirklich wichtig ist

Abo

Digitale Abos

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Neu ab 18.- CHF pro Monat

Die Welt in Bildern

Beinfreiheit einmal anders: Im sächsischen Niederwiesa machen riesige Frauenbeine auf die Ausstellung «High Heels - die hohe Kunst der Schuhe» aufmerksam, die im nahen Schloss Lichtenwalde zu sehen ist. (23. Mai 2017)
(Bild: Sebastian Willnow/DPA) Mehr...