Harziger Start für vorverlegten Herbstmarkt

Grüningen verschob seinen Herbstmarkt, und prompt spielte das Wetter am Samstag nicht mit. Am Sonntag kehrte die Herbstsonne die Stimmung doch noch ins Positive.

Viel interessiertes Volk zog der Grüninger Sammler Toni Gerber am Sonntag mit seinen alten Traktoren und Landmaschinen an.

Viel interessiertes Volk zog der Grüninger Sammler Toni Gerber am Sonntag mit seinen alten Traktoren und Landmaschinen an. Bild: Christof Kaminski

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Im Städtli war es ruhig am Samstagmorgen. Während einige Standbetreiber noch ihre Waren auslegten und am Aufbau ihrer Stände feilten, standen andere schon in dicken Fliesjacken hinter ihren Verkaufsflächen und rieben sich die kalten Hände. Nur vereinzelt schlenderten Besucher durch den Markt. Düstere Wolken und kurze, intensive Regenschauer hatten vielen die Lust auf einen Marktbummel genommen. «Gott straft eben sofort», meinte der ehemalige Gemeindeschreiber Emil Gehri. Es sei schon immer so gewesen, dass das Wetter am Oetwiler Markt schlecht und am Grüninger Markt, der jeweils eine Woche später stattfand, schön gewesen sei. Jetzt habe man den Grüninger Landvogteimarkt gleichzeitig wie den Oetwiler Markt terminiert. Natürlich sei jetzt das Wetter schlecht. Dass sie Petrus bestrafe, glaubten auch zahlreiche Grüningerinnen und Grüninger. Doch ganz so schlecht meinte es der Wettergott dann doch nicht mit dem Landstädtchen. Am Nachmittag rissen die Wolken auf, die Sonne zeigte sich für kurze Zeit, und damit kamen auch die Besucherströme. Während auf der Strasse durchs Städtli die Betreiber der neuzeitlichen Marktstände ihre Waren feilboten, wurde auf dem Chratzplatz traditionell und eifrig gewerkelt. Holzschnitzer, Korber und Töpfer zeigten ihr Handwerk. Beim Tirggelbäcker durfte man sogar selbst Hand anlegen. Weil es im letzten Jahr auf dem Chratzplatz doch ein bisschen eng geworden war, hatte man dieses Mal auf einige Marktstände verzichtet, was das Durchkommen wesentlich vereinfachte.

Auch auf dem Herrenbaumgarten war wieder Spannendes zu sehen. Anschaulich demonstrierten die Bauern das Korndreschen, und die Landfrauen verkauften die dazugehörigen Produkte. Die Holzer zeigten das Holzen auf konventionelle und moderne Art, der Schmid liess Besucher selbst Eisen behauen, und bei den Bierbrauern der geplanten Brauerei in Bubikon konnte man erstmals das neue Oberländerbräu spezial degustieren.

Dem Aberglauben zum Trotz

Wenig beeindruckt vom schlechten Wetter am Samstag zeigte sich Obstbauer Karl Kunz. Während der Regen von seinem grossen Schlapphut tropfte, lachte er: «Das ist nicht so schlimm, die Sonne kommt schon wieder.» Nicht ganz so locker wie die Bauern sahen das die Besucher, die sich viel früher als sonst in die Landvogteistube, das Musikzelt oder die Raclettestube verzogen.

Als am Sonntagmorgen die Herbstsonne vom blauen Himmel lachte, zeigte sich Marktprojektleiter Beat Hofmann wesentlich entspannter. «Das beweist jetzt allen Abergläubischen, dass die Verschiebung des Marktes nichts mit dem Wetter zu tun hat.» Sicher sei es nicht optimal, dass mehrere Märkte gleichzeitig stattfänden (Oetwil, Bauma), doch noch sei die Vorverschiebung nicht in Stein gemeisselt. Darüber entscheiden müsse aber der Gemeinderat. Dank dem Zivilschutz hatte der diesjährige Markt jedenfalls kaum Probleme mit freiwilligen Helfern, und auch die Umbenennung auf «Landvogteimarkt» wurde problemlos akzeptiert.

Zum letzten Mal wurde am Samstag und Sonntag das Stück «1408 s`bluetig Pfand Liebesspiel und Ränkeband» gespielt. An der Derniere überreichte Gemeindepräsidentin Susanna Jenny den Schauspielerinnen und Schauspielern ein Geschenk. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.10.2008, 22:10 Uhr

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