In Horgner Asylunterkunft loderte das Feuer

In der Horgner Asylunterkunft an der Oberdorfstrasse wütete am Sonntagabend ein Vollbrand. Die Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen. Die Brandursache ist unbekannt.

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Alarmiert worden war die Horgner Stützpunktfeuerwehr um 20.59 Uhr von einer Bewohnerin des angebauten Wohnhauses Oberdorfstrasse 68. Vier Minuten später standen die ersten Feuerwehrleute mit Einsatzleiter Peter Horlacher bereits am Brandplatz etwas oberhalb des Bergli-Kreisels. «Auf der Rückseite des Gebäudes standen die beiden unteren Stockwerk im Vollbrand, und von vorne drangen dicke Rauchschwaden gegen die Oberdorfstrasse», schildert Horlacher die wenig verheissungsvolle Ausgangslage.

Rettungstrupps der Feuerwehr stiessen sogleich mit Atemschutzgeräten ins Gebäude vor, um die Räumlichkeiten nach allfällig zurückgebliebenen Bewohnern zu durchsuchen. Sie konnten bald einmal Entwarnung geben: Alle 14 Hausbewohner afrikanischer Herkunft sowie drei Gäste waren in Sicherheit. Zwei Familien mit fünf Kindern beziehungsweise einem Kind, eine Einzelperson und die drei Gäste hätten sich selber rechtzeitig ins Freie retten können, gab Karl Steiner von der Kantonspolizei vor Ort bekannt. Die restlichen drei Bewohner der Altliegenschaft hatten den Abend ausser Haus verbracht.

Angriff vom Dach und Treppenhaus

Die mit einem Grossaufgebot von 65 Leuten, Autodrehleiter, Tanklöschfahrzeug und weiteren Einsatzwagen angerückte Feuerwehr führte den Löschangriff an mehreren Fronten: über einen Balkon und durch ein Fenster, über die Autodrehleiter und eine Holzleiter vom Dach aus und auch über das Treppenhaus. Zur nachträglichen Unterstützung hatte die Horgner Feuerwehr auch den Hubretter der Feuerwehr Richterswil angefordert. Auf dem Dach, wo immer mal wieder Flammen loderten, kamen auch Motorsägen und Pickel zum Einsatz.

«Wir mussten das Dach aufreissen», erklärt Einsatzleiter Horlacher dazu. «So konnten wir einen Hitzestau im Brandobjekt und ein allzu schnelles Übergreifen des Feuers auf den Dachstock und womöglich gar auf das direkt anschliessende Nachbarhaus verhindern», begründet er das Vorgehen.

In Ersatzunterkünfte evakuiert

Gegen 22 Uhr hatte die Feuerwehr die Feuersbrunst weitgehend unter Kontrolle. Aufatmen konnten damit auch die aufgeschreckten Mieter des angebauten Hauses Oberdorfstrasse 68. Ihr Wohnhaus blieb vom Brand verschont. Stickige Rauchwolken stiegen indes über der ausgebrannten Asylunterkunft noch bis nach Mitternacht in den schwarzen Nachthimmel. Zusammen mit den Feuerwehrleuten und Gerätschaften bildeten sie an der nächtlichen Oberdorfstrasse eine gespenstische Kulisse.

Die von der Gemeinde angemietete Privatliegenschaft mit den Asylunterkünften ist nach dem Vollbrand nicht mehr bewohnbar. Die Asylbewerber wurden in der Brandnacht in eine freistehende Notwohnung sowie in eine andere Asylunterkunft der Gemeinde gebracht. Dort können sie vorläufig auch bleiben, wie Horgens Sozialvorstand Hanspeter Leuthold (FDP) sagt.

Leuthold hatte die Unterbringung der Asylbewerber am Brandabend zusammen mit Asylkoordinator Gusti Gattiker und der Leiterin Soziale Dienste, Verena Sala, organisiert. Um eine der betroffenen Familien mit Lebensmitteln zu versorgen, war Leuthold zu später Stunde noch selber zum Shop der A-3-Raststätte Herrlisberg nach Wädenswil gefahren.

Brandursache noch offen

«Das Gebäudes ist zu rund drei Vierteln ausgebrannt», zog Peter Streuli, Bezirkshauptschätzer der kantonalen Gebäudeversicherung, am Montagmorgen nach der Feuersbrunst eine bittere Bilanz. Die Kantonspolizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 400'000 Franken. Die Brandursache ist bisher nicht bekannt.

Die Untersuchungen der Kantonspolizei sind noch im Gang. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.09.2008, 19:51 Uhr

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