Internetkriminelle attakieren Zürcher Informatiker

Huntertausendfach wurde ein Abschiedsbrief mit Todesdrohungen verbreitet. Dahinter vermuten Experten eine Vergeltungsaktion osteuropäischer Krimineller.

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Unzählige Internetbenutzer erhielten diese Tage ein verstörendes Mail. Darin kündigte ein Zürcher Informatiker nicht nur seinen Suizid, sondern auch zwei Morde an. Bei den gefälschten Mails handelte es sich offensichtlich um eine gezielte Vergeltungsmassnahme, wie Marc Henauer von der Eidgenössischen Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) zu Berichten von «Tages-Anzeiger» und «20 Minuten» vom Mittwoch sagte. Als Folge des Massenversands waren gestern hunderte von Anfragen bei der Kantonspolizei Zürich eingegangen.

Der in Wallisellen ZH wohnhafte junge Informatiker berichtete seit Jahresbeginn in einem Blog über aktuelle Gefahren im Internet und warnte vor Spam- und virenverseuchten Mails. Unter anderem informierte er über gefälschte Mails internationaler Unternehmen, die eine Trojaner-Software enthielten. Auf diesem Weg hatten offenbar osteuropäische Banden wiederholt versucht, an die Online-Bank-Zugangsdaten der Adressaten zu gelangen.

Dass in Spam-Mails die Namen lebender Personen genannt werden, sei zwar nicht neu, sagte Henauer. Eine derartige Vergeltungsmassnahme sei allerdings in der Schweiz einzigartig. Bislang sei es den Kriminellen immer nur darum gegangen, schädliche Mails unter die Leute zu bringen.

Erstellt: 07.08.2008, 19:39 Uhr

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