Jetzt in einem Zug rund um den Greifensee

Der asphaltierte Radweg rund um den Greifensee ist nun lückenlos. Mit einem Dorffest in Greifensee wurde das letzte Teilstück der über 19 Kilometer langen Piste eingeweiht.

Stilgerecht, aber ohne Velohelm auf dem Hochrad – wegen der Hitze verzichteten die Fahrer auf den Frack.

Stilgerecht, aber ohne Velohelm auf dem Hochrad – wegen der Hitze verzichteten die Fahrer auf den Frack. Bild: Nathalie Guinand

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Der Festumzug in Greifensee war einer der Höhepunkte des Dorffests vom Wochenende. Farbenfrohe Teilnehmer – in Trachten, Kostümen oder mit Glitzerschminke im Gesicht – versammelten sich am Samstag Nachmittag. Die einen waren zu Fuss, die anderen mit Velo, Rollschuhen oder anderen Gefährten unterwegs. Bewundernde Blicke ernteten die Hochradfahrern aus Fällanden. Zielsicher traten sie in die Pedale des riesigen Vorderrads. «Normalerweise tragen wir einen Frack», erzählte der grauhaarige Hobbyfahrer. Doch wegen des warmen Wetters hätten sie heute darauf verzichtet. Verzichtet wurde auch auf die Velohelme – aus Stilgründen –, obwohl auf diesen Rädern grosse Sturzgefahr bestand.

Vorbildlicher verhielten sich die vielen kleinen Umzugsteilnehmer. «Der Velohelm ist so selbstverständlich wie die Velonummer», erzählte ein Vater. Um 14.45 Uhr gab die Dorfmusig Gryfesee das Startzeichen. Eigenartigerweise führte die Route nicht über den neuen Radweg, sondern von der Tumigerstrasse über die Stationsstrasse hinunter zur neuen Kreuzung bei der Dorfstrasse. Der Zuschaueraufmarsch hielt sich in Grenzen. Gedränge herrschte nirgends. Das warme Wetter schien die Bevölkerung eher in die Badi als an den Strassenrand gelockt zu haben.

Viel diskutierte Kreuzung

Nach knapp einer Viertelstunde endete der Umzug bei der neuen Kreuzung. Eine Besucherin meinte: «Ich frage mich, was diese Kreuzung eigentlich darstellen soll.» Sie erkenne weder einen Kreisel noch eine Insel. Für ähnliche und andere Kritik sorgte die Kreuzung schon im Vorfeld. Gemeinderat Matthias Kappeler widersprach der Bevölkerung in seiner Einweihungsrede und betonte, dass die Kreuzung nicht gefährlich sei. Das Bauwerk sei gelungen. Gebietsingenieur Othmar Martin von der kantonalen Oberbauleitung erinnerte daran, dass die Idee eines lückenlos asphaltierten Radwegs rund um den See bereits vor über 30 Jahre entstanden sei. In Fällanden war damals das erste Teilstück gebaut worden. 18 weitere Teilstücke folgten, bis die asphaltierte Piste den Greifensee schlussendlich vollumfänglich umrundete. Die Kosten für die insgesamt 19 Teilstücke belaufen sich auf 14 Millionen Franken. «Die Teuerung einberechnet, sind es sogar 20 Millionen Franken», so Martin.

Gekostet habe der Radweg die Bevölkerung aber auch viele Nerven. Absperrungen und lange Kolonnen seien während der Bauzeit unvermeidbar gewesen. Auch für die Bauleitung sei das Projekt immer wieder eine grosse Herausforderung gewesen. So mussten unter anderem Brücken gebaut oder sogar ein Haus versetzt werden. Gerechtfertigt wird der Aufwand mit den 2500 Benutzern, welche den Radweg an sonnigen Tagen frequentierten.

Kantonsrat Peter Roesler warf einen Blicke zurück in die Vergangenheit. Er vergass die zahlreichen Diskussionen nicht, die unter anderem noch während seiner Amtszeit als Gemeindepräsident von Greifensee stattfanden. Es sei gar die Rede gewesen von einer Durchfahrt durchs historische Städtchen. «Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Velo das Hauptverkehrsmittel für den Berufsverkehr.» Dies sei heute zwar nicht mehr der Fall, doch das Velo verdiene eine eigene Fahrbahn. Rücksichtsvolles und tolerantes Verhalten sei auf dem Radweg aber trotzdem vonnöten.

Die sinnbildliche Eröffnung des Radwegs mit dem Schnitt durchs rote Band vollzogen schliesslich zwei bekannte Persönlichkeiten aus der Sportszene: Stefan Wenk aus Greifensee (Duathlon und Berglauf) sowie Matthias Rupp aus Seegräben (Mountainbike und Radquer), beide im Nationalkader.

Nicht nur der Radweg wurde am Wochenende in Greifensee eingeweiht, sondern auch das Zentrum im Hof. Kurz vor Mittag weihte der kantonale Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) das für die Greifenseer Altersarbeit und Betreuung wegweisende Projekt ein. Dann konnte sich die Bevölkerung in begleiteten Führungen ein Bild vom Neubau machen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.08.2008, 20:16 Uhr

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