Jugi Wehntal muss billiger werden – Zivilschutzanlage als Alternative?

Der Mietvertrag für den Jugendtreff in Oberweningen ist gekündigt. Er sei zu teuer, fanden die Trägergemeinden. Als Ersatz sind nun zwei Zivilschutzanlagen in Niederweningen im Gespräch.

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Der Jugendtreff Wehntal ist den Trägergemeinden seit längerem zu teuer. Nach drei Sitzungen, in denen um einen neuen Standort gestritten wurde, kam es vor den Sommerferien zum Eclat: Ober- und Niederweningen sowie Schöfflisdorf und Schleinikon würden die Miete für den Jugendtreff Wehntal nicht weiter mitfinanzieren und träten deshalb aus der Trägerschaft aus, verkündete der Oberweninger Gemeinderat Michael Zbinden dem verdutzten Beirat des Treffs. Entweder werde der Mietvertrag gekündigt, oder der Treff verliere die finanzielle Unterstützung der Gemeinden. Die politischen Gemeinden finanzieren gut die Hälfte des Jugendtreffs, den Rest tragen die Sekundarschulgemeinde sowie die Kirchgemeinden.

«Wir wurden durch dieses Vorgehen ziemlich vor den Kopf gestossen, hatten aber keine andere Wahl, als der Kündigung des Vertrages auf Ende Juli 2009 zuzustimmen», sagt Beiratspräsident Christian Moser. Die Kündigungsfrist für die seit 12 Jahren gemietete Liegenschaft an der Wehntalerstrasse beträgt ein Jahr, gut 2300 Franken kostet die Monatsmiete für den Raum im Erdgeschoss sowie den ausgebauten Kellerraum. «Das konnten wir angesichts der schlechten Besucherzahlen nicht mehr verantworten», erklärt Gemeinderat Zbinden. «Der Jugendtreff kostet die Gemeinden massiv mehr als etwa das sehr erfolgreiche Midnight Ball in Niederweningen, deshalb hatten wir nach einem günstigeren Standort für den Treff gesucht.»

Fündig war man in Niederweningen geworden. Die Gemeinde bietet die beiden Zivilschutzanlagen beim Oberstufenschulhaus und beim Feuerwehrgebäude als Alternativen an. «Sie kosten einen Bruchteil der bisherigen Miete, so dass insgesamt mehr Geld für die eigentliche Jugendarbeit vorhanden ist», so Zbinden. «Zudem gibt es kein Lärmproblem - für uns war klar, dass alle hinter dieser Lösung stehen würden.»

Ringen um neuen Standort

Vehement gegen den jetzt favorisierten Standort beim Schulhaus ist jedoch die Sekundarschulpflege. «Er ist gänzlich ungeeignet wegen seiner Lage zwischen dem Schulhaus und dem Bahnhof», sagt Schulpflegepräsident Juan Pereto. «Gegen das zusätzliche Konfliktpotenzial durch einen Jugendtreff genau dort werden wir uns mit allen Mitteln wehren.» Weil sie die Verantwortung für die gemäss Pereto «überstürzte Kündigung des Mietvertrags ohne weiteres Jugendkonzept» nicht mittragen wollte, trat die Sekundarschulgemeinde aus der Trägerschaft aus. «Wir möchten vermeiden, dass das Wehntal nach der Schliessung des Treffs nächsten Sommer plötzlich ohne Jugi dasteht», betont Pereto. Für eine künftige Lösung wolle man aber finanziell Hand bieten – unter der Bedingung, dass ein Jugendkonzept für das gesamte Wehntal erarbeitet und auf den Standort beim Oberstufenschulhaus verzichtet werde.

Als nicht ideal bezeichnet auch Karin Hartmann, seit Februar Co-Leiterin des Jugendtreffs, den neuen Standort beim Oberstufenschulhaus. «Nur schon wegen der rund um den Bahnhof parkierten Autos», sagt sie. Hartmann bestätigt, dass die Besucherzahlen im Jugi tatsächlich stark zurückgegangen seien. Der Beirat hat deshalb den im September 2007 eingeführten Eintritt von zwei Franken nach den Sommerferien wieder aufgehoben. «Langsam kommen wieder mehr Jugendliche, letzten Freitag waren es 15», so Hartmann, die in den letzten Monaten an zahlreichen Abenden lediglich einen oder zwei Jugendliche begrüssen konnte. Die «Werbetour fürs Jugi» an der Oberstufe zeige offenbar langsam Wirkung.

Eine Projektgruppe solls richten

Eine Projektgruppe soll die verworrene Situation nun klären. Zu ihr gehören je ein Vertreter der politischen Gemeinden, zwei Jugendliche aus dem Vorstand des Treffs, Co-Leiterin Karin Hartmann sowie Beiratspräsident Christian Moser. Diese Gruppe muss die bisher unklaren Strukturen und Kompetenzen neu ordnen, ein Jugendkonzept entwickeln und – last, but not least – einen neuen Standort wählen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.09.2008, 07:47 Uhr

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