Kantonsrat versagt Doppelspurtunnel durch Horgenberg die Unterstützung

Eine Einzelinitiative, die den Ausbau der Eisenbahnstrecke zwischen Horgen und Litti auf Doppelspur fordert, ist gestern im Kantonsrat gescheitert.Ruedi Baumann

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«Viele Wege führen nach Rom - aber nicht mit der Bahn von Zürich über die Innerschweiz», sagte gestern im Kantonsrat Marcel Burlet (SP, Regensdorf). In einer Einzelinitiative von Peter H. Schneider aus Oberrieden ging es um den Ausbau der beiden Einspurtunnel durch den Horgenberg und den Albis. Schneider schlug ein neues Projekt vor sowie eine Vorfinanzierung in der Höhe von 200 Millionen Franken durch den Kanton Zürich.

Seine Begründung: Die Bahnverbindung zwischen Zürich und der Innerschweiz sei ein Nadelöhr, und der projektierte Zimmerberg-Basistunnel sei mit einer Milliarde Franken sehr teuer und durch den Bund aufs Jahr 2030 hinausgeschoben.

Schneider – unterstützt vom VCS – schlug eine zweite einspurige Tunnelröhre neben dem bestehenden Tunnel von Sihlbrugg nach Litti (3,4 Kilometer) sowie einen neuen Doppelspurtunnel zwischen Horgen-Oberdorf und Sihlbrugg (2 Kilometer) vor. Kosten, inklusive Bahnhofausbauten: rund 220 Millionen Franken.

Im Kantonsrat kam die Initiative nur auf 52 Stimmen aus SP und GLP sowie von einigen Grünen. Nötig für eine vorläufige Unterstützung wären 60 Stimmen gewesen, die Initiative wird also nicht weiterverfolgt. «Wir dürfen nicht bis ins Jahr 2030 warten, sondern müssen jetzt neue Projekte anstossen», meinten die Redner aus SP und GLP. Die meisten anderen Parteien machten vor allem grundsätzliche Einwände. «200 Millionen Franken vorzuschiessen, würde ein Präjudiz schaffen und zur Hypothek für andere Projekte werden, zum Beispiel den Ausbau Zürich-Winterthur», sagte Lorenz Habicher (SVP, Zürich).

Clerici dagegen

Willy Germann (CVP, Winterthur), der sonst bei Bahnprojekten nie Nein sagt, war ebenfalls skeptisch: «Wenn wir das vorfinanzieren, heisst das nicht, dass wir dieses Geld je wieder sehen.» Am pointiertesten wehrte sich Max Clerici (FDP, Horgen): «So löblich das Projekt ist, wir würden vor allem den Innerschweizern helfen, die sich Zürich gegenüber selten grosszügig zeigen – zum Beispiel bei der Finanzierung des Opernhauses.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.09.2008, 07:32 Uhr

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