Kindergarten-Schliessung ärgert die Eltern

Auf das neue Schuljahr wurden im Bezirk drei Kindergärten geschlossen. In Meilen erfuhren das die betroffenen Kinder erst fünf Wochen vor den Sommerferien. Das erboste deren Eltern.

Im Kindergarten an der Meilemer Juststrasse sind keine regulären Kindergartenklassen mehr anzutreffen.

Im Kindergarten an der Meilemer Juststrasse sind keine regulären Kindergartenklassen mehr anzutreffen. Bild: Sabine Rock

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Von zehn Kindergärten im Kanton, die auf das neue Schuljahr hin geschlossen werden mussten, liegen drei im Bezirk Meilen. Nebst Büchsenschmitte und Humrigen (Herrliberg) traf es auch den Kindergarten Just in Meilen. Grund für die Schliessung ist die Kantonalisierung der Kindergärten auf Anfang dieses Jahres. Seither sind die Schulen dazu gezwungen, ihre Klassengrössen den kantonalen Richtlinien anzupassen. Ab sofort sollen Kindergartenklassen 21 Schüler umfassen. Diese Vorgaben erfüllten weder die Kindergärten in Herrliberg noch jener in Meilen.

Während die Schliessungen in Herrliberg bereits im Januar absehbar waren und die Schulen die betroffenen Eltern im Mai definitiv informierten, war in Meilen lange unklar, ob und wie es mit dem Just weitergeht. Erst Anfang Juni erhielten die Eltern erstmals ein entsprechendes Schreiben von der Schulpflege – knapp fünf Wochen vor den Sommerferien.

«Schule informierte zu wenig aktiv»

In Herrliberg reagierten die Eltern «überraschenderweise mit viel Verständnis» auf die Schliessung, sagt Schulleiter Beda Hauser. Anders die Reaktion in Meilen. Dort wandten sich die sechs Elternpaare, die von der Schliessung betroffen sind, Anfang Woche in einem Brief an die Schulpflege. Nebst der Enttäuschung über das Vorgehen der Schule kritisierten sie insbesondere die kurzfristige Ankündigung, dass ihre Kinder nach den Sommerferien in einem anderen Kindergarten unterrichtet werden. «Wir haben den Eindruck, dass unsere Kinder wie Nummern behandelt und willkürlich rumgereicht werden», sagt Volker Gruhlke, einer der Väter. Und Carsten Schulz-Rinne, ein anderer Vater, sagt: «Die Schule hat uns zu ungenau und zu wenig aktiv informiert.»

Jörg Walser, Rektor der Meilemer Schulen, relativiert und verweist auf die «unglücklichen Umstände». Noch im März habe das kantonale Volksschulamt davon gesprochen, die zwölf Kindergartenklassen in Meilen auch im Schuljahr 2008/09 weiterzuführen. «Durch den Wegzug von zehn bis zwölf Kindern im Frühjahr standen wir aber plötzlich vor einer neuen Situation.» Die Richtgrösse von 21 Schülern pro Klasse hätte man nicht erreicht. Allerdings wäre dies auch ohne den Wegzug besagter Kinder der Fall gewesen.

Vor den Sommerferien hatte es in Meilen durchschnittlich 16 Schüler in einer Kindergartenklasse. Und selbst im neuen Schuljahr mit 213 Kindergartenschülern, verteilt auf elf Klassen, erreicht Meilen die vom Kanton geforderte Quote nicht ganz. «Theoretisch müssten wir nochmal einen halben Kindergarten schliessen», sagt Walser. Aber das würde zu kompliziert.

Mehr Kinder in Obermeilen

Von den 14 Kindern, die bis Ende vergangenen Schuljahrs im Just den Kindergarten besuchten, gehen nun sechs in den Kindergarten Obermeilen oder Allmend; die anderen acht wurden eingeschult. Die Räume im Just werden vorläufig vom Sprachheilkindergarten genutzt.

Dass ausgerechnet der Kindergarten an der Juststrasse geschlossen wurde, hängt gemäss Rektor Walser mit der demografischen Entwicklung innerhalb der Gemeinde zusammen. Kurzfristig hätte es schon Sinn gemacht, den Just offenzuhalten, sagt Walser. «Aber die Bevölkerung in Obermeilen wächst schneller und kontinuierlicher.» In diesem Ortsteil gibt es derzeit drei Kindergartenklassen.

Der Rektor will nun mit dem Schulpräsidenten die betroffenen Eltern zu einem Gespräch einladen – auch um mit ihnen über die Sicherheit auf dem Schulweg zu sprechen. Denn dieser führt für drei der Kinder neu nach Obermeilen und damit über die viel befahrene Bergstrasse. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.08.2008, 08:01 Uhr

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