Knappes Resultat beim zweiten Wahlgang erwartet

Am 28. September wird im zweiten Wahlgang ein Hombrechtiker Gemeinderat bestimmt. Die Kandidaten warben am Mittwochabend an einem Podium für sich.

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Die zwei Gemeinderatskandidaten waren nicht zu beneiden. Die rund 50 Interessierten, die am Mittwochabend zur Podiumsdiskussion gekommen waren, schonten René Schmid, FDP, und Jeannette Honegger, SVP, nicht mit kritischen und direkten Fragen.

Er solle endlich mal konkret werden, verlangte jemand von Schmid. Man habe keine Ahnung, was er wolle und denke. Alles, was er sage, sei sehr schwammig. «Sie können nicht von mir verlangen, dass ich schon pfannenfertige Lösungen habe, bevor ich im Gemeinderat involviert bin», konterte der 37-jährige Elektroinstallateur. Schliesslich wolle er nicht einfach Wahlversprechen machen, die er dann nicht halten könne.

Kollegialität verletzt

Auch Honegger wurde angegriffen. Sie, die seit sechs Jahren in der Schulpflege tätig ist, hatte sich zuvor negativ über einen geplanten Landverkauf der Schulbehörden geäussert. Ob man damit rechnen müsse, dass sie auch gegen den Gemeinderat in Opposition trete, sobald sie gewählt worden sei, wollte ein Anwesender wissen. Sie sei nicht als Schulpflegemitglied an dieser Veranstaltung, sondern «als Jeannette Honegger», verteidigte sich die 42-jährige Hausfrau.

Den beiden Kandidaten wurde im Vorfeld vorgeworfen, sie würden sich nicht voneinander unterscheiden und hätten kein eigenes Profil. Das mag ein Grund dafür sein, dass keiner der beiden bei der ersten Wahl im Juni das absolute Mehr erreicht hatte. Mit dem Podium wollte man dieser Problematik entgegnen. «Wir wollen zur Meinungsbildung in Hombrechtikon beitragen», sagten sowohl Christine Wight und Urs Mumprecht, Parteipräsidenten der FDP respektive SVP, die das Podium zusammen organisierten.

Problem Kronenkreuzung angehen

Ob es den Kandidaten gelungen ist, den einen oder anderen Hombrechtiker auf ihre jeweilige Seite zu bringen? Tatsache ist, dass die beiden auch am Mittwochabend zu vielen Themen die gleiche Meinung hatten. Beide finden, dass man im Bereich Jugend in Hombrechtikon auf dem richtigen Weg sei. Es sei nur ein kleiner Teil, der Probleme mache. In diesen Fällen müssten die Polizei oder die Sicherheitsfirma Sisec mehr Präsenz markieren, die Eltern miteinbezogen und auch mit den Jugendlichen gesprochen werden, findet Schmid. «Die Jugendlichen müssen sich aber auch an gewisse Rahmenbedingungen halten», sagt Honegger.

Wenn es um die Bautätigkeit im Dorf geht, will Schmid «Hasenställe vermeiden» und Honegger «keine Flachdachhäuser neben Giebeldachhäuser stellen». In Sachen Verkehr will Schmid vor allem das Problem Rütistrasse und Kronenkreuzung anpacken, Honegger hat dem nichts anzufügen. Alternative Energie wollen beide so weit möglich fördern. Honegger wohnt in einem Minergiehaus und ist davon begeistert, Schmid findet, dass man Hausbesitzern – er ist selber einer – keine Steine in den Weg legen darf, wenn sie auf alternative Energie wechseln wollen.

Beim Thema Finanzen herrschte eine gewisse Resignation. Man dürfe sicher nicht bei der Bildung sparen, sind beide überzeugt. Ein Patentrezept habe er aber nicht, sagt Schmid. «Man hat mir gesagt, dass wir die zweitärmste Gemeinde im Bezirk sind», sagt Honegger, da müsse man bei den Investitionen Wünschenswertes von Notwendigem trennen. Sie wisse, dass man nur immer «so viel ausgebe, wie im Kässeli ist», das habe sie von ihrem Mann gelernt, der selbst ein Geschäft hat. Auch Schmid fühlt sich in der Lage, sorgfältig mit den Finanzen umzugehen. In seiner Tätigkeit als Projektleiter trage er eine grosse finanzielle Verantwortung. Gemeindepräsident Max Baur freute sich, dass die beiden sparen wollen, versicherte aber, dass man den «Schwamm bereits auspresse bis zum Gehtnichtmehr».

In rund drei Wochen entscheidet sich, ob Schmid oder Honegger in den Hombrechtiker Gemeinderat gewählt wird. Wer am Wahlsonntag vom 28. September unterliegt, hat dann immer noch die Möglichkeit, sich in der bis 9. Oktober laufenden Nachfrist für den zweiten leeren Gemeinderatssitz der verstorbenen Cornelia Fink aufstellen zu lassen. Schmid würde das tun: «Ich denke, das Resultat wird wieder so knapp ausfallen wie beim ersten Wahlgang. Der Unterlegene müsste sich also nicht schämen.» Honegger hat sich darüber noch keine Gedanken gemacht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2008, 08:25 Uhr

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