Lamas weiden auf teurem Pflaster

Ein Herrliberger Landstück wechselt den Besitzer. Wenn die Bagger kommen, müssen die Lamas eine neue Weide suchen.

Richard Bischof hat für seine Lamas ein Stück Land unmittelbar hinter dem Herrliberger Gemeindehaus gefunden.

Richard Bischof hat für seine Lamas ein Stück Land unmittelbar hinter dem Herrliberger Gemeindehaus gefunden. Bild: Sabine Rock

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Friedlich weiden die Lamas von Richard Bischof direkt beim Herrliberger Gemeindehaus. Eine Wiese gehört der Gemeinde, eine andere der Immobiliengesellschaft Mobimo AG. «Die Tiere leben auf sehr teurem Land», bemerkt Gemeindeschreiber Pius Rüdisüli und lacht. Die Lamas werden ihr Gastrecht auf dem schönen Plätzchen wohl schon bald einmal verlieren.

Am 1. Oktober müssen die Herrliberger Stimmberechtigten nämlich darüber entscheiden, ob sie mit dem geplanten Landabtausch einverstanden sind. Zur Diskussion steht ein Tausch des sich im Besitz der Mobimo befindlichen Grundstücks direkt beim Gemeindehaus, das die Gemeinde Herrliberg gerne hätte, gegen ein Grundstück am Rigiweg, das noch der Gemeinde gehört.

Längere Gnadenfrist

Weil das Grundstück am Rigiweg 717 Quadratmeter grösser ist, haben sich die Verantwortlichen zusammengesetzt. Die Gemeinde Herrliberg und die Mobimo haben sich auf einen Quadratmeterpreis von 3127 Franken für das Grundstück Fulerweg–Grütstrasse geeinigt. Bischofs Tiere stehen also auf sehr kostbarem Boden. Vorerst dürfen die Lamas aber noch bleiben. «Falls die Stimmberechtigten dem geplanten Landabtausch zustimmen, können die Tiere selbstverständlich so lange bleiben, bis wir ein Projekt planen und dieses umgesetzt wird», so Paul Schnetzer, CEO der Mobimo. «Das wird schon noch einige Monate dauern.»

Ähnlich klingt es seitens der Gemeinde Herrliberg. «Die nächsten ein, zwei Jahre wird auf dem Grundstück sowieso nichts passieren. Und nachher müssen wir halt schauen, wo Bischofs Lamas untergebracht werden können», sagt Gemeindeschreiber Rüdisüli. Die Lamas kümmert das ganze Hin und Her anscheinend wenig. Kauend ziehen sie auf dem teuren Boden hin und her, als wäre es die normalste Sache der Welt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.09.2008, 19:54 Uhr

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