«Mietpreller» schädigt Hausbesitzer

An der Goldküste zieht laut Blick-Online ein Neurologe von Villa zu Villa – aber ohne die Mieten zu bezahlen.

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Ziemlich dreist, dieses Vorgehen – und es geht nicht wie bei Zechprellern in Restaurants um den Preis für ein Menü und eine Flasche Wein, sondern um Zehntausende von Franken. Zwei Vermietern von Häusern in Herrliberg und Feldmeilen schulde ein Mann gegen 150'000 Franken, schrieb Blick Online in der gestrigen Ausgabe.

Er habe gesagt, als Neurochirurg könne er sich die 10'000 Franken Miete problemlos leisten, wird ein Herrliberger Villenbesitzer zitiert. Als Beweis habe er seine Steuererklärung vorgelegt. Gemäss dem Steuerausweis verdiene der Mann, der in Zürich ein Institut für Versicherungsmedizin betreibt, allerdings bedeutend weniger, steht im Bericht. Für die Villa mit Seeblick habe er dann nur vier Monate lang die Miete bezahlt. Zwölf weitere Monate habe es gedauert, bis er wieder auszog – und dabei habe er das Haus «in einem unglaublichen Zustand» und mit einer halben Tonne Abfall drin hinterlassen. Insgesamt sei er dem Hausbesitzer mehr als 110'000 Franken Miete schuldig geblieben.

Anschliessend zog der Mann mit seiner Familie ein Dorf weiter – nach Feldmeilen, wo er einen Hausteil für 6600 Franken pro Monat gemietet, aber nie auch nur einen Rappen bezahlt habe. Als Vertragspartner gab er dabei seine Firma an, er verfasse Gutachten. Im Lebenslauf, den er dem Vermieter überreichte, stand zudem, er sei zu 80 Prozent bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva als Kadermitglied angestellt.

Mit fremden Federn geschmückt

Gemäss den Recherchen des «Blick»-Journalisten stimmt dies nicht. Der Arzt, den er im Bericht «Dr. Mietpreller» nennt, war gemäss Auskunft der Suva seit August 2005 nicht mehr dort angestellt und füllte zudem nie eine Kaderfunktion aus. Über die Mietprellerei hinaus ist der Mann vorbestraft: Er hatte einen Chefarzt als Aids-Infizierten verleumdet.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.08.2008, 07:30 Uhr

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