Nachbarn wehren sich gegen Fussballplatz

Der Gemeinderat will in der Kirchwies einen weiteren Fussballplatz bauen. Widerstand kommt vor allem von den Anwohnern. Sie schlagen eine Alternative vor.

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In der Gemeinde Egg gibt es drei Fussballplätze: Zwei bei der Sportanlage Kirchwies, einer auf der Schürwies. Für den lokalen Fussballklub und seine 17 Mannschaften reicht dies allerdings nur knapp aus. Geht es nach dem Willen des Egger Gemeinderates, soll in der Kirchwies deshalb ein zusätzliches Feld gebaut werden. An der Gemeindeversammlung vom Montag wird über die Einzonung des entsprechenden Geländes abgestimmt.

Der Vorschlag stösst nicht nur auf Zustimmung. In der Interessengemeinschaft Kirchwies organisieren sich Anwohner, um sich gegen das Projekt zu wehren. Ihr Gegenvorschlag ist ein zusätzlicher Platz in der Schürwies. Am Donnerstag lud der Verein zu einer Orientierungsversammlung ein.

Mehr Verkehr, mehr Lärm

Der Standort Kirchwies sei für ein zusätzliches Fussballfeld ungünstig, erklärte Pascal Gallati, der die IG initiiert hat. Die Belastung durch Verkehr und Lärm würde in der Umgebung weiter zunehmen. Die Sportanlage Schürwies sei dagegen eine ideale Alternative, da sie nicht direkt im Dorfkern liege. Besonders das zusätzliche Verkehrsaufkommen beschäftigte die Anwesenden. «Schon heute geht extrem viel Verkehr durch das Quartier», sagte ein älterer Herr. Dass trotz des zusätzlichen Verkehrs keine neuen Parkplätze geplant sind, sorgte zusätzlich für Unverständnis.

«Unerträglich laut» im Quartier

Zweifel wurden aber auch an der Variante Schürwies geäussert. Die Lage ausserhalb des Dorfes, so die Befürchtungen, würde dazu führen, dass die jungen Fussballbegeisterten vermehrt von ihren Eltern zum Training gefahren würden. Fraglich sei auch, was mit der Landreserve in der Kirchwies geschehen soll. Der zentrale Standort sei auch für eine anderweitige Nutzung geeignet, die unter Umständen noch mehr Probleme bringen würde, wurde argumentiert. Dafür zeigte auch Pascal Gallati Verständnis. Er machte aber gleichzeitig auf die Mängel in der Planung des Projekts aufmerksam. Ein Ausbau der Garderoben sei nicht geplant, obschon dies seiner Meinung nach mit einem neuen Platz nötig wäre.

Gallati selbst wohnt seit drei Jahren in der Nähe der Sportanlage Kirchwies. «Von Beginn weg habe ich bei den Leuten einen gewissen Groll bemerkt», erzählte er. Mit der IG wollte er vor allem ein geschlosseneres Auftreten der Betroffenen gegenüber der Gemeinde erreichen. Während der Diskussion wurde klar, dass der Unmut der Anwohner über den konkreten Vorschlag eines zusätzlichen Fussballplatzes hinausgeht. So kam beispielsweise die hohe Lärmbelastung im Quartier zur Sprache. Einer der Anwesenden beschwerte sich darüber, dass es in den letzten Jahren bei Veranstaltungen wiederholt «unerträglich laut» geworden sei.

Er glaube zwar nicht, dass am Montag der Vorschlag des Gemeinderats abgelehnt werde, sagte Gallati. Dennoch könne er es sich gut vorstellen, dass die IG bestehen bleibt, um auch in Zukunft die Interessen der Bewohner der Kirchwies zu vertreten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.09.2008, 20:29 Uhr

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