Neue internationale Schule hat viel Klasse

Die ersten «Bewohner» sind im Adliswiler Entwicklungsgebiet Lebern-Dietlimoos eingezogen: 440 Schüler traten am Dienstag zum ersten Schultag in der Zurich International School an.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist die Zurich International School (ZIS) nun in Betrieb. Im dreistöckigen, über 120 Meter langen Gebäude haben nun 440 Oberstufenschüler, 80 Lehrer und 20 weitere Angestellte einen äusserst attraktiven Studien- und Arbeitsplatz erhalten. Damit hat die ZIS die Oberstufe, die bisher auf zwei Standorte aufgeteilt war, an einem Ort zusammenführen und gleichzeitig die Schülerzahl vergrössern können. Und weil von den im Einzugsgebiet tätigen internationalen Firmen noch immer grosser Bedarf ausgeht, sind die Studienplätze der neuen Schule bereits praktisch voll belegt. «Insgeheim haben wir gehofft, dass wir am Anfang ein bisschen Luft haben würden», sagte Schuldirektor Peter C. Mott. «Aber wir haben schon jetzt praktisch‹full house›.» Gestern wurde die Schule offiziell eröffnet.

Baukosten: 36 Millionen Franken

Die Nachfrage nach Studienplätzen und das Budget für den Bau waren die zwei Hauptfragen, als man vor sechs Jahren das Projekt zu planen begann, sagte Douglas O. Marston, Präsident des Stiftungsrates. Bei der Nachfrage lag man mit den Prognosen goldrichtig. Und auch das Budget konnte eingehalten werden. 36 Millionen Franken hat die Schule gekostet. Das ist, wie der für den Bau verantwortliche Hanspeter Oester von der Agps.architecture sagt, sehr kostengünstig. Eine Spendekampagne brachte über 10 Millionen Franken ein. Die Städte Zürich und Adliswil haben zinsgünstige Darlehen gewährt. Der Rest, rund 20 Millionen Franken, ist über Kredite und Darlehen gedeckt.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Adliswil nennt Peter C. Mott «wunderbar». Über 22 000 Quadratmeter mit Option auf weitere 10 000 hat die Stadt der Schule zu günstigen Konditionen im Baurecht überlassen. Die Stadt hat dazu für die Erschliessung des gesamten Gebietes Lebern-Dietlimoos rund 18 Millionen investiert.

Eine Schule für die Öffentlichkeit

«Das Gebäude ist wie eine komprimierte Stadt konzipiert», erklärte Architekt Hanspeter Oester. Durch die Mitte aller Stockwerke läuft ein breiter, heller Aufenthaltsraum, der den Blick durch die ganze Länge des Gebäudes erlaubt - wie auf einer Strasse. An beiden Seiten dieser Strasse sind 17 Klassenzimmer sowie Labors für Chemie und Biologie, Ateliers für Kunst und Musik angeordnet. Jeder Raum hat Zugang zu einem Balkon, der auf der Aussenseite über die ganze Gebäudelänge verläuft. Jedes Klassenzimmer ist mit modernster Technik ausgerüstet. So wird die Wandtafel durch einen Beamer in einen Computerbildschirm verwandelt. An die Tafel können Lehrer und Schüler schreiben und das Computerbild ergänzen. Für kranke Schüler hat dies, je nachdem, Vor- oder Nachteile: Die Computerlektion kann man von zu Hause aus herunterladen.

Oester betont den starken öffentlichen Charakter des Gebäudes. Die unmittelbare Nähe zu den Wohnblöcken und dem projektierten Park mache den Bau zu einem integrierten Teil der Umgebung. «Wir haben viele Anfragen von Vereinen, die unsere Räume mieten möchten», sagte Schuldirektor Mott. Noch will er nicht beurteilen, in welchem Ausmass er die Wünsche berücksichtigen kann. «Eine Gewerbeausstellung habe ich abgelehnt», sagte er, «sie passt hier nicht hinein.» Vor allem die Dreifachturnhalle und der Theatersaal, der 500 Personen Platz bietet, sind für die Öffentlichkeit interessant. Im Theatersaal sieht man im Adliswiler Stadtrat eine Alternative zur Stadthalle. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.08.2008, 09:05 Uhr

Blogs

History Reloaded Kampf gegen die Einheitswelt

Sweet Home Das tut einer Männerwohnung gut

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Abgetaucht: In Zürich geniesst man die sommerlichen Temperaturen mit einem Bad im See. (26. Mai 2017)
(Bild: Walter Bieri) Mehr...