Niederhasler Katzenpension beschäftigt das Veterinäramt

Entsetzt über die Zustände in einer Niederhasler Katzenpension, machten zwei Tierhalterinnen Meldung beim Kanton. Das Veterinäramt untersucht jetzt den Fall.

Die Katzen leben in der Wohnung und in einer Voliere.

Die Katzen leben in der Wohnung und in einer Voliere. Bild: Sandra Zrinski

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«Ich war schockiert, als ich die Zustände in der Katzenpension gesehen habe», sagt die Niederhaslerin Christa Schmid. «Es stank, unzählige Fliegen sassen auf dem bereits vertrockneten Katzenfutter, und überall lag Abfall herum.» Christa Schmid wollte sich zwei Katzen anschaffen und hatte den Tipp bekommen, dass S.*, der Betreiber einer Pension in Niederhasli, manchmal Tiere vermittle. Christa Schmid ist Katzenliebhaberin und hält bereits seit gut 20 Jahren Katzen. «Zwei junge Büsi wollte er mir geben, aber ich wollte lieber ältere Tiere, da ich selbst auch nicht mehr jung bin. Nun habe ich halt zwei Katzen aus einem Tierheim geholt.»

Christa Schmid hat sich nach ihrem Erlebnis in der Katzenpension an das kantonale Veterinäramt gewendet. Anfang Juli hat sie diesem einen Brief geschickt und darin kurz die Zustände beschrieben, die sie vor Ort angetroffen hat. «Ich habe dann nichts mehr vom Veterinäramt gehört und habe mich deshalb telefonisch nochmals erkundigt, ob etwas unternommen worden sei», sagt Schmid. Man habe ihr gesagt, dass der Fall bearbeitet werde, dass man ihr inhaltlich aber nichts dazu sagen dürfe. Auch der Niederhasler Gemeindeverwaltung hat Schmid gemeldet, was sie in der Katzenpension gesehen hatte. Die Gemeinde hat die Mitteilung an das Veterinäramt weitergeleitet, wie Gemeindeschreiber Patric Kubli erklärt.

Schwer kranke Katze übernommen

Christa Schmid und die Gemeinde sind nicht die Ersten, die sich wegen der Katzenpension an das Veterinäramt gewendet haben. Auch Gabriela Schatz aus Oberhasli hat die Zustände dort im Oktober des vergangenen Jahres gemeldet. Sie hatte sich mit ihren beiden Kindern ein junges Büsi ausgesucht. Bevor sie es abholen ging, besuchte sie die Pension auch unangemeldet. «Da sah ich sofort, dass nicht aufgeräumt war. Fliegen waren auf dem Futter, und leere Dosen lagen herum», erzählt sie. «Da wurde mir auch klar, dass der Pensionsbesitzer offenbar ein ‹Messie› ist und den Wohnraum im Haus mit den Katzen teilt.»

Als Schatz das Kätzchen mit ihren Kindern zwölf Wochen nach dessen Geburt abholen kam, hatte das Tier sehr starken Durchfall. Es waren Behandlungen beim Tierarzt und in der Tierklinik notwendig, die unterdessen insgesamt 2000 Franken gekostet haben.

Kantonstierärztin Regula Vogel bestätigt, dass der Fall dem Veterinäramt bekannt sei. «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, kann ich nichts dazu sagen», so Vogel.

Katzenpensionen und Tierheime müssen dem Veterinäramt von den Betreibern gemeldet werden. In den ersten beiden Jahren werde je eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt, erklärt Vogel. «Je nach Betrieb und Führung gibt es häufigere Kontrollen.» Liegen Mängel vor, werden sie dem Betreiber schriftlich mitgeteilt, und er erhält eine Frist, um sich dazu zu äussern. Erst dann folgt eine Verfügung, die auf dem normalen Instanzenweg angefochten werden kann. «Oft reicht es allerdings aus, wenn wir die Tierhalter auf qualitative Mängel in der Hygiene oder auf fehlende tierärztliche Behandlung hinweisen, damit sie sofort handeln», so die Kantonstierärztin. Nur bei massiven Verstössen würden die Tiere beschlagnahmt und geeignet untergebracht.

Der Pensionsbetreiber war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Rund um sein Haus, in welchem er die Pension betreibt und in dem auch Mieter wohnen, lagert er diverse Möbel und andere Gegenstände und Materialien. Die aussen an das Haus angebaute Voliere, wo sich Katzen im Freien aufhalten können, machte gestern einen aufgeräumten Eindruck, und die Katzen schienen in einem guten Zustand zu sein.

* Name der Redaktion bekannt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.09.2008, 09:18 Uhr

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