Niemand weiss etwas vom Burger King

Im Juni hätte in Volketswil die 20. Burger-King-Filiale in der Schweiz eröffnet werden sollen. Doch jetzt will niemand mehr etwas von einem solchen Projekt wissen.

Ob die Fastfood-Kette Burger King dereinst mit einer Filiale in Volketswil landen wird, bleibt unklar. (Bild: Christoph Kaminski)

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Der Traum von Whopper und Cheeseburger in Volketswil scheint ausgeträumt. Im Juni hätte Burger King eine neue Filiale neben Aldi eröffnen sollen. Zumindest liess sich Paul Nagel von der Burger-King-Lizenznehmerin Master King im Frühling entsprechend im «Glattaler» zitieren. Doch auf dem dreieckigen Grundstück neben der Volketswiler AldiFiliale sind bislang noch keine Bagger aufgefahren. «Wir wissen nichts davon, dass in Volketswil eine Geschäftsstelle geplant wäre», heisst es bei der Burger-King-Pressestelle in Deutschland. Und auch bei der Lizenznehmerin Master King distanziert man sich von dem Vorhaben. Herr Nagel habe sich nie gegenüber einer Zeitung geäussert, und man werde keine Stellung nehmen, heisst es in einer Mail-Antwort.

Immobilienfirma hält sich bedeckt

Auch bei der Firma Braxo in Zürich will niemand damit herausrücken, wie die Pläne von Burger King in Volketswil aussehen. Dabei müssten es die Verantwortlichen dort am besten wissen. Das Immobilienunternehmen ist sowohl Besitzerin des entsprechenden brachliegenden Landstückes als auch der Nachbarparzelle, auf der die Aldi-Filiale steht. Der Geschäftsführer, der nicht namentlich genannt sein will, gibt sich zugeknöpft: «Ich kann nichts bestätigen», sagt er bloss.

Verwirrung herrscht auch in der Volketswiler Bauabteilung. «Es ist eine mysteriöse Geschichte, die uns schon lange beschäftigt», sagt Bausekretär Klaus Vetter. Vor ein paar Jahren hat der Gemeinderat auf dem fraglichen Grundstück schon einmal eine Bewilligung für einen Gastro-Betrieb mit Drive-in erteilt. Bauherrin war schon damals die Firma Braxo, die das Land vom Kanton im Baurecht übernommen hatte. «Aufgrund der Pläne dachten wir damals, dass Burger King dahinterstecken könnte, bestätigen wollte das aber niemand», sagt Vetter. Die Zeit verging, doch es kamen keine Bagger und Lastwagen.

Anfang Jahr kam Braxo mit einer neuen Baueingabe. Das Projekt war sehr ähnlich gestaltet, es war aber etwas kleiner und hatte weniger Parkplätze. Im März bewilligte der Gemeinderat auch dieses zweite Projekt. Er verglich die Pläne mit der bestehenden Burger-King-Filiale in Wetzikon und kam zum Schluss, dass als Mieterin am ehesten diese Fastfood-Kette in Frage käme. Doch bestätigen wollte dies wiederum niemand. «Diese Praxis ist unüblich, normalerweise wissen wir, wer hinter einem Bauprojekt steht», sagt Bausekretär Vetter.

Für die Zürcher Immobilienfirma Braxo ist das Vorgehen nichts Aussergewöhnliches. Das Unternehmen kauft seit 20 Jahren Grundstücke und vermietet oder verkauft diese weiter. Häufig lässt es Pläne zeichnen oder reicht Baugesuche für Laden- oder Restaurantprojekte ein, bevor es einen Interessenten an der Angel hat. So war es auch, als Braxo mit dem Discounter Aldi in Verhandlungen trat. Eine rechtskräftige Baubewilligung kann ein schlagendes Argument sein, wenn es darum geht, einen Vertragspartner für sich zu gewinnen.

Aufgrund der vorliegenden Baupläne für ein Fastfood-Restaurant ist anzunehmen, dass Braxo mit der Master King in Verhandlungen steht. Doch scheinen diese ins Stocken geraten zu sein. Nicht nur dies - auch das Bauvorhaben ist blockiert. Ein Anwohner hat nämlich gegen die Baubewilligung rekurriert. Der Fall liegt jetzt bei der Baurekurskommission. Der Biss in einen Volketswiler Double-Whopper bleibt demnach so oder so bis auf weiteres ein saftiger Traum. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.08.2008, 07:22 Uhr

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